
KünstlerSwedish
Helene Billgren
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Helene Billgren wurde am 1. Juni 1952 in Norrköping, Schweden, geboren. Sie studierte von 1982 bis 1987 an der Kunsthochschule Valand in Göteborg, wo sie sich eine Werkbank mit Künstlern wie Lars Lerin teilte. Ihre erste Einzelausstellung fand 1985 in der Galleri Rotor in Göteborg statt, und bis 1989 hatte sie mit drei gleichzeitigen Ausstellungen in Stockholm, Göteborg und Malmö große Aufmerksamkeit erregt. Diese frühen Shows präsentierten eine unverkennbare visuelle Sprache: große Kohle- und Graphitzeichnungen von Krankenschwestern, Hausfrauen, pferdebesessenen Mädchen und jungen Frauen, die die ihnen zugewiesenen Rollen navigieren, mit sowohl Witz als auch prüfender Ernsthaftigkeit ausgeführt.
In den 1990er Jahren vertiefte Billgren ihr Interesse an Objekten als künstlerischem Material. Gefundene und recycelte Alltagsgegenstände – altes Spielzeug, Haushaltsutensilien, ausrangierte Kleidung – wurden zu Installationen und Skulpturen umfunktioniert, die dem Vertrauten ein unheimliches Gewicht verliehen. In dieser Zeit widmete sie sich auch der Fotografie, der Szenografie und der Illustration und erweiterte ihre Praxis weit über das Atelier hinaus. Eine große Einzelausstellung in der Färgfabriken in Stockholm im Jahr 1999 griff diese erweiterte Bandbreite auf.
In den 2000er Jahren erlebte sie, was Kritiker als zweiten Durchbruch bezeichneten, diesmal durch farbsatte Gemälde. Wo die früheren Zeichnungen auf Reduktion und Zurückhaltung setzten, setzten die Gemälde auf Kühnheit: Figuren am unteren Rand riesiger, vibrierender Landschaften, von hinten gesehen, als stünden sie an der Schwelle zu etwas Größerem als sich selbst. Frauen blieben zentral für die Arbeit, aber die Stimmung verschob sich – weniger die trockene Beobachtung sozialer Rollen und mehr eine offene Konfrontation mit Natur und Maßstab.
Ihre Retrospektive „faran är över“ („Die Gefahr ist vorüber“) im Liljevalchs in Stockholm im Jahr 2019, die vier Jahrzehnte ihres Schaffens umfasste, bestätigte ihren Status als eine der vielseitigsten Künstlerinnen ihrer Generation. Der begleitende Katalog „Mina 100 favoriter“ wurde von Billgren selbst zusammengestellt. Sie wird von der Galleri Magnus Karlsson in Stockholm vertreten, und ihre Werke befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Moderna Museet, des Göteborg Museum of Art, des Norrköpings Konstmuseum, des Borås Art Museum, des Malmö Konstmuseum und des Västerås Konstmuseum.