
KünstlerNorwegiangeb.1869–gest.1935
Harald Sohlberg
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Harald Oskar Sohlberg wurde am 29. November 1869 in Kristiania (heute Oslo) als achtes von zwölf Kindern aus bescheidenen Verhältnissen geboren. Sein Vater, ein Pelzhändler, riet ihm zunächst von einer künstlerischen Laufbahn ab, und mit sechzehn Jahren absolvierte Sohlberg eine Lehre beim Theatermaler Wilhelm Krogh. Diese Lehre vermittelte ihm ein tiefes Verständnis für Licht, Atmosphäre und Maßstab, das sein späteres Werk prägen sollte, auch nachdem er es 1889 verlassen hatte, um sich formell der Malerei zu widmen.
Seine Ausbildung führte ihn durch mehrere Institutionen und Einflüsse: die Königliche Kunst- und Designschule in Christiania, Studien bei dem Grafikmaler Johan Nordhagen und 1892 eine Periode an Kristian Zahrtmanns Schule in Kopenhagen, wo er postimpressionistische Ansätze und das Werk von Paul Gauguin kennenlernte. Ein Durchbruch gelang 1894, als die Norwegische Nationalgalerie sein Gemälde "Nachtglühen" erwarb, was ihm ein Stipendium für Reisen nach Paris und später nach Weimar ermöglichte. Trotz dieser prägenden Jahre im Ausland kehrte Sohlbergs Aufmerksamkeit beharrlich nach Norwegen zurück – zu seinen Bergen, seiner besonderen Qualität des Winterlichts und der Beziehung zwischen rauer Landschaft und menschlicher Präsenz.
Im Frühjahr 1899 reiste Sohlberg mit dem Zug in die Rondane-Berge in Zentralnorwegen und fuhr im Osterlicht über das Hochplateau. Die Erfahrung war entscheidend. Er ließ sich von 1900 bis 1902 in der Nähe von Rondane nieder und begann mit der Arbeit an dem, was "Vinternatt i Rondane" (Winternacht in den Bergen) werden sollte – ein Thema, zu dem er in den folgenden zwei Jahrzehnten in mehreren Gemälden, Zeichnungen und handkolorierten Lithografien zurückkehrte. Die Komposition – schwarze Silhouetten von windgepeitschten Bäumen vor Schnee, die Rondane-Gipfel im kalten blauen Licht, ein einsamer Stern darüber – wurde 1914 in ihrer endgültigen Ölversion fertiggestellt und kam in die Nationalgalerie. 1995 wurde es in einer öffentlichen Umfrage des Norwegischen Rundfunks zum Nationalgemälde Norwegens gekürt.
Von 1902 bis 1905 lebte Sohlberg in der Kupferbergbaustadt Røros in Zentralnorwegen, und diese Zeit brachte einen zweiten bedeutenden Werkkomplex hervor: Straßenszenen und Winteransichten der charakteristischen bunten Holzhäuser der Stadt, darunter "Straße in Røros" (1902) und "Blumenwiese im Norden" (1905). Sein Ansatz war formal präzise, aber psychologisch aufgeladen – er arbeitete langsam, oft monatelang an einer einzigen Leinwand, und seine Kompositionen strahlen eine ungewöhnliche Stille aus, die zwischen Beobachtung und innerer Stimmung liegt. Zeitgenossen erkannten seine Farbsensibilität als eindrucksvoll und originell; er bevorzugte tiefe Blautöne, kalte Grüntöne und die besondere Qualität der nordischen Dämmerung.
Auf dem Auktionsmarkt erzielt Sohlberg beachtliche Preise, fast ausschließlich über das Osloer Haus Grev Wedels Plass Auksjoner (GWPA), das 46 seiner Werke mit Zuschlagspreisen zwischen 4.000 und 3.000.000 NOK verkauft hat. Die Datenbank von Auctionist verzeichnet 55 mit Sohlberg assoziierte Objekte, davon fünf Ergebnisse über 1,6 Millionen NOK. Das Spitzenresultat ist "Uværsstemning" (1904), das 2021 3.000.000 NOK erzielte. "Fra en uthavn" (1909) wurde 2025 für 2.100.000 NOK verkauft, während "Havfruen" (1897) und "Fra Akershus" (1911) jeweils 2.000.000 NOK erreichten. Drucke und Aquarelle sind zu zugänglicheren Preispunkten erhältlich, wobei handkolorierte Rondane-Lithografien im Bereich von 100.000–150.000 NOK gehandelt werden. Werke in Öl aus seinen Røros- und Rondane-Perioden stellen die höchste Sammlernachfrage dar.