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KünstlerSwedish

Harald Lindberg

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Harald Lindberg wurde am 26. Januar 1901 in Rumshamn auf der Insel Björkö im nördlichen Schärenmeer von Stockholm geboren. Sein Vater war Schiffer, und das Wasser war nie nur Kulisse – es war der bestimmende Faktor des täglichen Lebens. Als Junge fertigte er Aquarelle von vorbeifahrenden Schiffen an und verkaufte die Porträts an deren Kapitäne. Mit dreizehn Jahren ging er selbst zur See und arbeitete von 1916 bis 1922 als Leichtmatrose auf Seeschiffen, wobei er Häfen auf allen fünf Kontinenten besuchte. Die Jahre auf See gaben ihm etwas, das keine Akademie vermitteln konnte: ein körperliches Wissen darüber, wie sich Wasser bewegt, wie das Licht am Bug eines Schiffes im Morgengrauen liegt, wie der Horizont sich mit dem Wetter verschiebt.

1924 trat er in die Kunstakademie in Stockholm ein, wo er Malerei bei Carl Wilhelmson und Zeichnen bei Albert Engström studierte – zwei Mentoren, deren Einfluss über die Technik hinausging. Engströms tiefe Verbundenheit mit Roslagen, der Küstenregion nördlich von Stockholm, schuf ein unmittelbares Gefühl der Verwandtschaft zwischen Lehrer und Schüler. Lindberg erhielt 1927 die zweite Medaille der Akademie. Nach Abschluss seines Studiums im Jahr 1929 reiste er 1932 nach Paris, um an der Maison Watteau zu studieren, und besuchte später die Académie Scandinave. Reisebriefe aus dieser Zeit wurden 1932 und 1938 in den Mitteilungen der Königlichen Kunstakademie veröffentlicht.

Zurück in Schweden baute Lindberg eine Praxis auf, die sich auf das Wasser konzentrierte, mit dem er aufgewachsen war. Er malte mit spontanem Pinselstrich – nicht das feste Aussehen der Dinge, sondern ihre Bewegung und Atmosphäre einfangend. Der Sog einer aufkommenden See, die Geometrie von Segeln vor dem Himmel, Fischerboote, die vor Anker schaukeln, das Schimmern von Stockholms Hafen im Winterlicht: Das waren seine beständigen Motive. Zusammen mit Roland Svensson wurde er als der große Schärenporträtist seiner Zeit angesehen, ein Erbe der Tradition, die Axel Sjöberg und Rikard Lindström in der vorherigen Generation begründet hatten.

Neben seiner Staffeleiarbeit führte Lindberg eine beträchtliche Anzahl öffentlicher Aufträge aus. Das bedeutendste ist „Juniskäret“, ein zehn Meter langes Wandgemälde aus dem Jahr 1960 für die Brantingskolan in Uppsala. Als die Schule zwischen 2018 und 2020 abgerissen wurde, wurde der gesamte Wandabschnitt angehoben und erhalten; das Werk wurde 2023 in der neu erbauten Schule wieder installiert. Weitere öffentliche Aufträge umfassten die Sjösskolan in Göteborg, die ehemaligen Räumlichkeiten der Hafenbehörde in Gärdet in Stockholm, das Norrtälje Hospital, die Kirchen von Arholma und Björkö-Arholma sowie das Spånga Gymnasium. Das frühe Altarbild und die Dekoration, die er 1928 – noch als Student – für die Arholma kyrka schuf, sind noch vorhanden.

Zwischen 1959 und 1970 schuf er eine umfangreiche Serie von Lithografien, gesammelt in Mappen mit Titeln wie „Kustband“, „Hav och kust“, „Svensk sjöfart“ und „Nära havet“. Diese Drucke erweiterten seine Reichweite auf Sammlungen, die keine großen Leinwände beherbergen konnten, und festigten seinen Ruf als Grafiker ebenso wie als Maler.

Eine Gedenkausstellung in der Kunstakademie in Stockholm im Jahr 1978 – zwei Jahre nach seinem Tod am 4. August 1976 in Stockholm – brach Besucherrekorde. Seine Werke sind im Nationalmuseum, Moderna Museet, Norrköping Museum of Art, Prins Eugens Waldemarsudde, Roslagsmuseet, dem Schifffahrtsmuseum in Älmsta und in der Porträtsammlung von Gripsholm vertreten.

Auf dem Sekundärmarkt zirkulieren Lindbergs Werke stetig durch schwedische Auktionshäuser. Seine höchsten verzeichneten Ergebnisse umfassen „Poserande naken kvinna“ für 8.553 SEK und „Stockholmsutsikt“ für 3.200 EUR. Die primären Verkaufsorte für seine Werke sind Crafoord Stockholm, Stockholms Auktionsverk Magasin 5, Roslagens Auktionsverk und Bukowskis, wobei Gemälde die große Mehrheit der Lose ausmachen.

Bewegungen

ImpressionismSwedish marine painting

Medien

OilWatercolorLithographyDrawingMuralTempera

Bemerkenswerte Werke

Juniskäret1960Mural
Himlalotsen1957Mural (choir painting)
Arholma kyrka altarpiece1928Oil on canvas
Kustband (portfolio)1959Lithography
Götaverk i GöteborgOil on canvas

Auszeichnungen

Second Medal, Royal Academy of Fine Arts Stockholm1927

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