
KünstlerNorwegiangeb.1825–gest.1903
Hans Fredrik Gude
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Im Winter 1847-48 schufen zwei norwegische Maler in einem Düsseldorfer Atelier eines der beliebtesten Bilder ihres Landes. Hans Gude malte den leuchtenden Fjord, die in Nebel versinkenden Berge, die auf stiller Wasserfläche schimmernden Spiegelungen. Adolph Tidemand bevölkerte das Brautboot mit Figuren in Hardanger-Tracht. "Brudeferden i Hardanger" (Hochzeitsfahrt auf dem Hardangerfjord) wurde durch weite Verbreitung von Drucken zu einer Ikone der norwegischen Identität, die bis heute sofort erkennbar ist. Eine Version des Gemäldes wurde bei Grev Wedels Plass Auksjoner für 5.100.000 NOK verkauft.
Gude wurde am 13. März 1825 in Christiania (Oslo) als Sohn eines Richters geboren. Nach früher Ausbildung bei Johannes Flintoe und Abendkursen an der Königlichen Zeichenschule kam er 1841 an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er Landschaftsmalerei bei Johann Wilhelm Schirmer studierte. Er machte rasche Fortschritte, und die Betonung der präzisen, atmosphärischen Landschaftsmalerei der Düsseldorfer Schule wurde zum Fundament seiner gesamten Karriere. Seine frühen Werke konzentrierten sich auf norwegische Berg- und Hochlandszenen, die mit einer romantischen Erhabenheit wiedergegeben wurden, die den Geist der norwegischen Nationalromantik einfing.
Ab den 1860er Jahren verlagerten sich Gudes Motive zur Küste. Fjordszenen, Meereslandschaften und Studien des Lichts auf dem Wasser ersetzten die Bergpanoramen seiner Jugend. Seine technische Meisterschaft atmosphärischer Effekte, von über einem Fjord aufziehenden Wolken, durch Nebel brechendem Sonnenlicht, der silbrigen Qualität des gespiegelten Himmels, verlieh diesen späteren Werken eine naturalistische Autorität, die romantische Konventionen überstieg.
Gude war fünfundvierzig Jahre lang Kunstprofessor und prägte drei Generationen skandinavischer Maler. Er hatte Positionen an der Düsseldorfer Akademie (1854-1861) inne, war Professor und zweimal Direktor der Karlsruher Akademie (1864-1870) und leitete das Meisteratelier für Landschaftsmalerei an der Berliner Kunstakademie (1880-1901). Seine Lehre betonte die Entwicklung des individuellen Talents der Studenten, und junge norwegische Künstler folgten ihm von einer Stelle zur anderen durch Deutschland. Zu seinen Schülern in Karlsruhe gehörte Christian Krohg, der einer der bedeutendsten naturalistischen Maler Norwegens werden sollte.
Gudes Kinder setzten sein künstlerisches Erbe fort: Sein Sohn Nils wurde Maler, und seine Tochter Agnes Charlotte arbeitete als Aquarellistin und Illustratorin. Er starb am 17. August 1903 in Berlin.
Auf Auctionist sind 141 Gude-Objekte indexiert, die fast ausschließlich von Grev Wedels Plass Auksjoner (139 Objekte) bearbeitet werden. Die 1853er Version von "Brudeferden i Hardanger" erzielt mit 5.100.000 NOK den Spitzenpreis, gefolgt von "From Vossevangen" für 2.600.000 NOK und "Ved stranden av Rugen" für 1.600.000 NOK. Gemälde erzielen regelmäßig sechs- und siebenstellige Ergebnisse in norwegischen Kronen, was Gudes Status als einer der Säulen der norwegischen Kunstgeschichte widerspiegelt.