
KünstlerNorwegiangeb.1881–gest.1919
Hans Andreas Dahl
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Hans Andreas Dahl wurde am 1. August 1881 in Düsseldorf geboren, wo sich sein Vater – der norwegische Maler Hans Dahl (1849-1937) – niedergelassen hatte, um seine Karriere im Umfeld der Düsseldorfer Schule zu verfolgen. Seine Mutter war Helene Bewer, Tochter des deutschen Malers Clemens Bewer, was Hans Andreas ein doppeltes Erbe mitgab: einerseits eine nordische Empfindsamkeit für Landschaft und Licht, andererseits eine deutsche akademische Tradition sorgfältiger handwerklicher Ausführung. Er wuchs in Düsseldorf und später in Berlin auf, unternahm aber von frühester Jugend an regelmäßige Sommeraufenthalte in Balestrand am Sognefjord in Westnorwegen, dem Ort, der sowohl sein Sujet als auch seine emotionale Bindung an die norwegische Landschaft prägen sollte.
Die Ausbildung, die Hans Andreas erhielt, kam hauptsächlich von seinem Vater, dessen monumentale, hochfertige Fjordgemälde ihn zu einem der bekanntesten norwegischen Künstler des späten 19. Jahrhunderts gemacht hatten. Doch während der Vater in der polierten Sprache der Düsseldorfer Tradition arbeitete – glatte Oberflächen, sorgfältig komponierte Figuren, Panorama-Ausblicke –, tendierte der Sohn zu einem lockereren, spontaneren Ansatz, der dem Impressionismus näher kam. Sein Pinselstrich ist freier, sein Licht atmosphärischer, und sein Interesse galt weniger der malerischen Gesamtheit eines Fjords als dem besonderen Augenblick: ein Mädchen mit Wasserjochen, ein Bootsmann, der sich dem Kai nähert, Dorfbewohner, die am Ufer versammelt sind.
1910 baute Hans Andreas sein eigenes Atelier in Balestrand, nahe der Villa Strandheim seines Vaters am Ufer des Sognefjords, und schuf damit die Basis, von der aus ein Großteil seines reifen Werkes entstand. Die Fjorddörfer von Sogn og Fjordane und das Alltagsleben ihrer Bewohner lieferten ihm sein beständigstes Material. Gemälde wie 'Fjordlandskap med folkeliv' und 'Fjordabaten kommer' zeigen seine Fähigkeit, ein echtes Gefühl für die Landschaft mit einer unaufgeregten Beobachtung des ländlichen Lebens zu verbinden, ohne die leicht theatralische Idealisierung, die manchmal die Leinwände seines Vaters kennzeichnet.
Seine Karriere wurde jäh beendet, als er am 27. März 1919 im Alter von 38 Jahren in Christiania (dem heutigen Oslo) an Tuberkulose starb. Er hatte kaum drei Jahrzehnte Schaffenszeit und hinterließ ein Werk, das, obwohl kleiner als es hätte sein können, eine konsistente und persönliche Vision zeigt. Bei Auktionen erzielten seine Gemälde bei Christie's New York bis zu rund 20.315 USD. In der Auctionist-Datenbank erscheinen seine 11 katalogisierten Werke fast ausschließlich über norwegische Häuser, wobei Grev Wedels Plass Auksjoner neun davon und Nyborgs Auksjoner zwei davon abwickelten. Das höchste Ergebnis in unserer Datenbank ist 180.000 NOK für 'Jente med vannåk og gutt som fisker', während andere Fjord-Szenen im Bereich von 21.000-44.000 NOK verkauft wurden – Preise, die das wachsende Sammlerinteresse an seinem ruhigeren, intimeren Ansatz für eine Landschaft widerspiegeln, die sein Vater berühmt gemacht hat.