
KünstlerNorwegiangeb.1917–gest.2007
Guy Krohg
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Guy Vidil Krohg wurde am 27. Juli 1917 in Kristiania in eine vielleicht die geschichtsträchtigste Künstlerdynastie Norwegens hineingeboren. Sein Vater war der Maler Per Krohg, sein Großvater der Maler und Journalist Christian Krohg und seine Großmutter Oda Krohg, allesamt zentrale Figuren der norwegischen und skandinavischen Moderne. Seine Mutter, Cecile Marie Vidil, war Französin. Guy wuchs teilweise in Oslo und teilweise in Paris auf, wo Per Krohg ein Atelier unterhielt, und sog von Kindheit an den Rhythmus des französischen Bohème-Lebens auf. Er beschrieb später, wie er als Junge neben seinem Vater zeichnete und Szenen aus Bertolt Brechts Dreigroschenoper kopierte, bevor er das Teenageralter erreichte.
Nachdem er Mitte der 1930er Jahre sein französisches Baccalauréat abgelegt hatte, kehrte Krohg nach Oslo zurück und schrieb sich an der Statens Handverks- og Kunstindustriskole ein, wo sein Vater zu den Dozenten gehörte. Von 1937 bis 1939 studierte er an der Norwegischen Nationalen Akademie der Schönen Künste unter Axel Revold. 1937 debütierte er auf der Herbstausstellung und erhielt im selben Jahr seinen ersten Theaterauftrag, eine Kombination, die die doppelte Spur seiner Karriere definierte. Das folgende Jahrzehnt etablierte ihn als Maler des Pariser Straßenlebens, von Cafés und Metro-Interieurs, beeinflusst sowohl von der französischen postimpressionistischen Tradition, die er als Kind aufgesogen hatte, als auch von den expressionistischeren Strömungen, die in Oslo zirkulierten.
Von den späten 1930er Jahren an wurde Krohg einer der gefragtesten Bühnenbildner im norwegischen Theater. Er arbeitete über fünf Jahrzehnte für das Oslo Nye Teater, Studioteatret, Det Norske Teatret und Nationaltheatret und entwarf Bühnenbilder für Produktionen wie „Et dukkehjem“ (1971) und „Den gale fra Chaillot“ (1973). Seine letzten großen Aufträge erhielt er in den 1990er Jahren: „Albertine“ am Oslo Nye Teater 1993 und „Trollspeilet“ am Nationaltheatret 1997, als er fast achtzig war. Seine Fähigkeit, zwischen Leinwand und Bühne zu wechseln und denselben Sinn für Farbe und räumliche Konstruktion auf beide zu übertragen, machte ihn zu einer ungewöhnlichen Figur im norwegischen Kulturleben.
Als Maler deckt Krohgs Werk ein breites Spektrum ab: Figurenstudien, Dorfszenen, Markthändler, Tänzer und Stillleben. Titel in der Auctionist-Datenbank wie „Gronnsakhandler 1948“, „Torvhandlere 1975“ und „Dansere 1950“ geben einen Querschnitt dieser wiederkehrenden Themen. Seine im Nationalmuseum befindliche Arbeit „Vintersol“ (1954) repräsentiert die wärmere, lyrischere Seite seines Schaffens. Er arbeitete auch als Illustrator und später als Schriftsteller: 1991 verfasste er gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Sossen Krohg, die illustrierte Memoiren „Tankenes reise“ und veröffentlichte 1995 eine Biografie seines Vaters. Er starb am 19. Oktober 2002 in Oslo im Alter von 85 Jahren.
Auf Auktionen erscheint Krohgs Werk hauptsächlich bei norwegischen Auktionshäusern. Auf Auctionist sind alle 13 in der Datenbank erfassten Objekte durch Grev Wedels Plass Auksjoner (12 Lose) und Nyborgs Auksjoner (1 Los) gegangen, was bestätigt, dass sein Markt auf Oslo konzentriert ist. Die verzeichneten Preise in unserer Datenbank reichen von 2.000 NOK bis 8.500 NOK, wobei „Landsby“ mit 8.500 NOK das höchste Ergebnis erzielte, gefolgt von „Torvhandlere 1975“ mit 7.500 NOK und „Gronnsakhandler 1948“ mit 5.000 NOK. Während die Preise im Vergleich zum Markt seines Vaters auf einem bescheidenen Niveau liegen, verleihen seine Theaterarbeiten und das Prestige des Namens Krohg seinen Gemälden einen klaren kontextuellen Wert für Sammler, die sich auf die norwegische Kulturgeschichte konzentrieren.