
KünstlerAustriangeb.1958–gest.2016
Gunter Damisch
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Gunter Damisch wurde am 20. Mai 1958 in Steyr, einer Industriestadt in Oberösterreich, geboren. Er zog nach Wien, um an der Akademie der bildenden Künste zu studieren, wo er bei Arnulf Rainer – einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der österreichischen Nachkriegskunst – arbeitete. Während seiner Studienzeit war er auch Mitglied der Punkband Molto Brutto, eine Kombination aus künstlerischer Formung und subkultureller Energie, die den rastlosen Geist seines frühen Schaffens prägte.
Damisch trat in den frühen 1980er Jahren als Teil des Wiener Kontingents der Neuen Wilden in Erscheinung, einer losen internationalen Strömung junger Maler, die auf die wahrgenommene Erschöpfung des Konzeptualismus mit einer emphatischen Rückkehr zur expressiven, figurativ aufgeladenen Malerei reagierten. Neben Otto Zitko und Hubert Scheibl nahm er an wegweisenden Gruppenausstellungen teil, darunter 'Hacken im Eis' im Wiener Künstlerhaus (damals 'Haus 20' genannt), die den österreichischen Zweig der Bewegung mitdefinierte. Seine frühen Leinwände verbanden die gestische Intensität der Neuen Wilden mit einer ausgeprägten kosmologischen Vorstellungskraft, die zu seiner bekanntesten Eigenschaft werden sollte.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte Damisch ein visuelles System, das sich auf die Spannung zwischen Makro- und Mikroskalen konzentrierte: Formen, die gleichzeitig einzellige Organismen, Pilznetzwerke, Planetenoberflächen und galaktische Haufen suggerieren. Rhizomartige Ranken und wellenförmige Linien breiteten sich in dichten, ineinandergreifenden Konfigurationen über großformatige Leinwände aus. Wie er selbst beschrieb: „Mein Bildsystem ist stark von der Idee der Transformation und Metamorphose geleitet. Diese Mehrdeutigkeiten faszinieren mich.“ Das Werk war von Anfang an multimedial – Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Keramik, Aluminium- und Bronzeplastik, Fotografie und Collage fanden Eingang in eine Praxis, die eine enge Spezialisierung ablehnte.
Von 1992 bis zu seinem Tod hatte Damisch eine Professur für Grafik an der Akademie der bildenden Künste in Wien inne, derselben Institution, an der er ausgebildet worden war. Er lehrte dort fast ein Vierteljahrhundert und beeinflusste eine Generation österreichischer Künstler. Seine Einzelausstellungen erreichten 2013 das Albertina Museum in Wien und 2014 das Museum Moderner Kunst Wörlen in Passau, und seine Werke gingen in die ständigen Sammlungen des Lentos Kunstmuseum Linz, des Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien und des Museum Liaunig in Neuhaus über. Im Laufe seiner Karriere erhielt er eine Reihe von Preisen, darunter den Römerquelle Kunstpreis (1983), den Otto Mauer Preis und Max Weiler Preis (1985), den Karl Rössing Preis (1991) und den Preis der Stadt Wien (1995). Er starb am 30. April 2016 in Wien im Alter von 57 Jahren.
Damischs Werk wird hauptsächlich über österreichische und deutsche Auktionshäuser gehandelt. Auf der Plattform Auctionist sind seine 12 Lose aufgeteilt in Druckgrafiken und Radierungen (8 Lose) und Gemälde (4 Lose), mit aktiven Angeboten bei Van Ham und Dorotheum Wien. Seine Titel – 'Zwei Pole', 'The hot fire I', 'Clarification' – spiegeln die gleichen thematischen Anliegen wider wie sein Gesamtwerk. In unserer Datenbank wurden bisher keine Endpreise für seine Lose verzeichnet, obwohl seine Werke in den letzten Monaten konstant bei Dorotheum und Van Ham angeboten wurden.