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Gunnel Nyman
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Gunnel Anita Gustafsson wurde 1909 in Turku geboren und zog 1922 mit ihrer Familie nach Helsinki. Sie studierte an der Taideteollinen Korkeakoulu, der Hochschule für Kunst und Design in Helsinki, unter dem einflussreichen Pädagogen Arttu Brummer und schloss ihr Studium zwischen 1928 und 1932 ab. Ihre formale Ausbildung war im Möbeldesign, und ihre frühe Karriere spiegelte diese Grundlage wider: Sie entwarf Möbel für die Firma Boman, Leuchten für Taito und Idman sowie Metallarbeiten für kirchliche Zwecke. Ein bemerkenswerter früher Auftrag war die Beleuchtung für das Schwedische Theater in Helsinki, die in Zusammenarbeit mit den Metallbildhauern der Oy Taito AB entwickelt wurde.
Glas trat trotz ihres Hintergrunds im Möbeldesign relativ früh in ihre Praxis ein. Mitte der 1930er Jahre arbeitete sie im Auftrag von Riihimäen Lasi, und ihre Vase "Wise Virgins", gedreht, graviert und sandgestrahlt, wurde zu einem der Glanzstücke des finnischen Pavillons auf der Pariser Weltausstellung 1937. Das Stück brachte ihr eine Goldmedaille ein, zusammen mit zwei Silbermedaillen für ihre Möbel und Lampenarbeiten. Es war eine ungewöhnlich breite Anerkennung für eine Designerin, die noch Ende zwanzig war.
Nach dem Krieg vertiefte Nyman ihr Engagement für Glas und arbeitete mit Karhula-Iittala und Nuutajärvi Notsjö zusammen, während sie ihre Arbeit für Riihimäki fortsetzte. Ihre Entwürfe aus dieser Zeit sind diejenigen, die sich auf dem Sammlermarkt am hartnäckigsten gehalten haben. Serpentiini, mit seinem weißen Filigranband, das im Glas schwebt, fängt eine flüssige Bewegung ein. Helminauha fängt Blasenketten in klarem Glas ein und macht eine Fertigungstechnik zu einem dekorativen Prinzip. Calla, entworfen 1946, nimmt ihre organische Silhouette von der gleichnamigen Blume an. Jedes dieser Stücke demonstriert ihr Kernprinzip: dass Schönheit aus dem harmonischen Verhältnis zwischen Material, Form, Proportion und Dekoration entsteht, wobei das Material immer dominant ist.
Nyman starb im Oktober 1948 im Alter von 39 Jahren nach langer Krankheit. Ihre Karriere dauerte etwa fünfzehn Jahre, doch ihr Einfluss auf das finnische und nordische Glasdesign erwies sich als nachhaltig. 1951, drei Jahre nach ihrem Tod, wurde sie posthum auf der Mailänder Triennale mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Ihre Werke sind in Museumssammlungen weltweit vertreten, darunter im MoMA in New York.
Auf Auktionen ist ihre Glasarbeit die Hauptattraktion und macht etwa 34 der rund 69 im nordischen Markt verzeichneten Lose aus. Hagelstam und Co in Helsinki und Stockholms AV Helsinki sind die führenden Auktionshäuser für ihre Stücke und spiegeln die finnische und skandinavische Sammlerschaft wider, die ihre Werke besonders schätzt. Eine "Serpentini"-Vase wurde für 7.420 SEK verkauft, eine Glasarbeit erzielte 7.000 EUR und eine Vase von Nuutajärvi erreichte 5.500 SEK. Möbel und Leuchten aus ihrer früheren Karriere tauchen ebenfalls gelegentlich auf, ein Zeugnis für die Bandbreite einer viel zu früh abgebrochenen Tätigkeit.