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Gunnar Torhamn
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Geboren im Küstendorf Konungshamn in Torhamn, Blekinge, am 21. Dezember 1894, wuchs Gunnar Torhamn dort auf, wo das Meer das tägliche Leben bestimmte – eine Landschaft, die sich wie ein roter Faden durch seine Staffeleibilder für den Rest seiner Karriere zog. Sein Familienname stammte von diesem Ort, ein Detail, das etwas darüber aussagt, wie tief verwurzelt seine Kunst bleiben würde, auch als seine Ambitionen weit über die schwedische Küste hinauswuchsen.
1918 schrieb er sich an der Königlichen Kunstakademie in Stockholm ein und studierte bei Olle Hjortzberg, der selbst einer der führenden Monumentalmaler Schwedens der damaligen Zeit war. Die Ausbildung schlug schnell Wurzeln: Torhamn erhielt 1921 und 1924 die königliche Medaille der Akademie, eine seltene doppelte Auszeichnung. Ein großes Reisestipendium folgte 1925, und drei Jahre lang arbeitete er in Frankreich, Italien und Nordafrika. Der orientalistische Einschlag, der in einigen seiner Ölgemälde auftaucht – Wüstenlicht, mediterrane Architektur, Figuren in ungewohnten Umgebungen – stammt direkt aus diesen Jahren im Ausland.
Zurück in Schweden etablierte sich Torhamn als Monumentalkünstler für Kircheninnenräume. Sein erster großer Auftrag war in der Högalidskirche in Stockholm, wo er 1922-23 zusammen mit seinem ehemaligen Lehrer Hjortzberg ein Triumphkreuz schuf. Später fügte er Fresken für das Baptisterium der Kirche hinzu. Torhamns Kruzifix, das von ihm geschaffen wurde, gilt als das größte seiner Art in Skandinavien. Über mehrere Jahrzehnte folgten Arbeiten in Kirchen in ganz Schweden, darunter ein Altarbild in der Torhamns kyrka in Blekinge (1950), das Christus inmitten der lokalen Bauern und Fischer darstellt – ein Auftrag, der sein Werk zum Ausgangspunkt zurückführte, zur Landschaft seiner Kindheit.
Torhamn gehörte zu einer Kohorte schwedischer Künstler, deren Werke in den Kunstwettbewerb der Olympischen Spiele 1936 in Berlin gelangten, eine Episode, die heute weitgehend vergessen ist, aber sein Gemälde neben Einreichungen aus ganz Europa platzierte. 1923 heiratete er die Künstlerin Ingegerd Sjöstrand; sie wurde als Ingegerd Torhamn bekannt und pflegte ihre eigene unabhängige Praxis. Ihre beiden Söhne, Staffan (Grafiker) und Urban (Schriftsteller), deuten auf einen Haushalt hin, in dem das Schaffen von Dingen einfach zum Alltag gehörte.
Auf dem Sekundärmarkt erscheinen Torhamns Staffeleibilder heute regelmäßig auf schwedischen Auktionen. Die Datenbank von Auctionist verzeichnet 21 Objekte bei Auktionshäusern wie Bukowskis, RA Auktionsverket und Stockholms Auktionsverk, wobei die Kategorisierung fast ausschließlich auf Gemälde (18 von 21 Losen) und eine Handvoll Zeichnungen entfällt. Sein höchster verzeichneter Verkauf auf der Plattform beträgt 22.007 SEK für eine Küstenlandschaft mit Booten und Figuren, und Küstenmotive aus Blekinge – fiskelägen, Sommeridyllen, Hafenszenen – bilden durchweg den Kern dessen, was auf den Markt kommt.