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Gunnar Kanevad

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Seit über sechzig Jahren gehörte eine der Werkstätten in Gamla Linköping – dem Freilichtmuseum im Zentrum der Stadt – Gunnar Kanevad. Er eröffnete dort 1962 das Träsnideriet und schnitzte bis ins hohe Alter, wobei er ein Werk schuf, das von Kiefernspiegeln und Wandreliefs bis hin zu naturalistisch gestalteten Tierfiguren und ineinandergreifenden Holzpuzzles reichte. Sein Ansatz war figurativ und oft spielerisch, aber immer auf ernsthaftem Handwerk begründet: Er arbeitete mit Kiefer, Eiche und anderen schwedischen Holzarten und nutzte die Maserung und den Charakter jedes Materials.

Kanevad wurde am 6. Mai 1930 in Horn geboren, einer kleinen Gemeinde im südlichen Östergötland. Er war ein Autodidakt, was seine Entwicklung prägte – nicht durch ein akademisches Programm, sondern durch jahrelange tägliche Praxis und aufmerksame Beobachtung dessen, was Holz leisten konnte und was nicht. Horn und später Linköping blieben die Ankerpunkte seines Lebens; er starb am 2. November 2019 in Vreta Kloster, unweit des Ortes, an dem er jahrzehntelang gearbeitet hatte.

Sein Durchbruch gelang mit „Familjen Linné“, einem figurativen Holzwerk, das in der Designpresse Beachtung fand, unter anderem in der Zeitschrift Form. Es folgten öffentliche Aufträge, darunter schließlich Arbeiten für SPP, Utö Wärdhus, Gyllenforsskolan in Gislaved, Regionsjukhuset in Linköping, die Postens regionförvaltning in Linköping und – bemerkenswerterweise – den Flughafen Vnukovo in Moskau. Dieser letzte Auftrag platzierte seine Werke in einem internationalen Transitraum, der von Millionen besucht wird, weit entfernt von der kleinen Werkstatt auf dem Museumsgelände.

Kanevad ist in den Sammlungen des Nationalmuseums in Stockholm, des Östergötlands läns landsting, des Västmanlands läns landsting und in der Privatsammlung von König Gustav VI. Adolf vertreten. Die Breite der institutionellen Bestände ist für einen Autodidakten, der hauptsächlich im regionalen Kontext arbeitete, beachtlich: Sie zeigt, dass seine Arbeit auf höchster Ebene des schwedischen Sammelwesens ernst genommen wurde.

Auf Auktionen werden seine Werke hauptsächlich als Skulpturen, Spiegel und dekorative Wandreliefs gehandelt – die DB zeigt 18 Skulpturenlose, 5 Spiegel und 5 Sonstige, insgesamt 34 Objekte. Die Verkäufe konzentrieren sich auf die Auktionshäuser in Linköping und Norrköping, insbesondere Gomér & Andersson, was ein starkes lokales Marktinteresse widerspiegelt. Das höchste Auktionsergebnis erzielt ein Kiefernspiegel aus dem Jahr 1981 für 5.000 SEK, gefolgt von einem großen Wandrelief eines Schwalbenschwanzes für 900 SEK. Die Preise bleiben im Vergleich zu seiner Präsenz in öffentlichen Sammlungen bescheiden, was darauf hindeutet, dass die Käufer auf Auktionen immer noch eher aus einer regionalen als aus einer nationalen Sammlergruppe stammen.

Medien

Wood carvingWood reliefFretworkCast iron

Bemerkenswerte Werke

Familjen LinnéWood sculpture
Furuspegel (pine mirror)1979Pine
Stor Skimmerfjäril (Large Skipper butterfly wall relief)Wood wall relief
Ekoxe (stag beetle figurine)Carved wood
Trä-pussel (interlocking wood puzzle)1962Wood

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