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Gunnar Cyrén
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Gunnar Cyrén wurde 1931 in Gävle geboren, einer Stadt mit tiefen Wurzeln im schwedischen Handwerk und in der Industrie. Er absolvierte eine Ausbildung in der Metallabteilung der Konstfack, der Universität für Kunst, Handwerk und Design in Stockholm, wo er die technische Präzision und das Materialgefühl entwickelte, die seine spätere Karriere prägen sollten. Seine doppelte Beherrschung von Glas und Metall hob ihn von seinen Zeitgenossen ab und öffnete ihm Türen in verschiedenen Designbereichen.
1959 trat Cyrén in die Glashütte Orrefors ein, einen der führenden Glashersteller Schwedens, und wurde ein Jahrzehnt später deren Designchef. Sein gefeiertster Beitrag aus dieser Zeit war die 1967 auf den Markt gebrachte Serie Popglas. Die Popglas-Objekte brachen scharf mit dem zurückhaltenden Klassizismus, der damals das schwedische Glas dominierte, und zeichneten sich durch kräftige Farben, verspielte Formen und eine fröhliche Energie aus, die den kulturellen Geist der 1960er Jahre widerspiegelte. Die Serie bleibt ein Meilenstein des schwedischen Nachkriegsdesigns.
Von 1970 bis 1976 arbeitete Cyrén mit dem amerikanischen Unternehmen Dansk Designs International zusammen und schuf über 300 Originalentwürfe aus Gusseisen, Emaille und anderen Materialien. Diese Periode erweiterte seinen gestalterischen Ausdruck und machte seine Arbeit einem internationalen Publikum zugänglich. 1977 kehrte er zu Orrefors zurück und entwarf weiterhin Designs, während er gleichzeitig sein eigenes Silberschmiedestudio in Gävle leitete.
1991 wurde Cyrén beauftragt, das Glasgeschirr für das Nobelbankett anlässlich des 90. Jahrestages der Preisverleihung zu entwerfen. Die daraus resultierende Nobel-Kollektion, mundgeblasen aus Kristall und handbemalt mit Details in 21-karätigem Gold, wurde zu einem der sichtbarsten Designaufträge Schwedens. Die Gläser werden jedes Jahr beim Nobelbankett verwendet und bleiben bei Orrefors in Produktion. Im folgenden Jahr entwarf er das passende Nobel-Besteck für Gense und vervollständigte damit ein Tischservice, das seine Glas- und Metallbearbeitungsfähigkeiten in einem einzigen, dauerhaften Auftrag vereint.
Cyréns Werke sind in Museumssammlungen in ganz Europa und Nordamerika vertreten. Seine Stücke auf Auktionen spiegeln ein anhaltendes Sammlerinteresse wider: Die Popglas-Serie zieht Käufer an, die vom skandinavischen Modernismus der 1960er Jahre begeistert sind, während die Nobel-Kollektion und die Graal-Schalen auf den großen nordischen Auktionshäusern Aufmerksamkeit erregen. Mit 389 auf Auctionist katalogisierten Losen deckt sein Schaffen eine breite Preisspanne ab, wodurch seine Werke sowohl für neue Sammler als auch für Spezialisten zugänglich sind.