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Gunnar Brusewitz
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Gunnar Brusewitz wurde am 7. Oktober 1924 in Ekerö, einer Inselgemeinde westlich von Stockholm am Mälarsee, in eine Familie mit starken künstlerischen Traditionen geboren. Eine jugendliche Faszination für Natur und Zeichnen führte ihn von der konventionellen Schulbildung weg; er besuchte die Viggbyholmsskolan, bevor er in Strängnäs studierte, wo sein künstlerisches Interesse Vorrang vor akademischer Arbeit hatte. Es folgte eine formale Ausbildung: Von 1941 bis 1945 studierte er Bildhauerei, Malerei und Grafik und besuchte später 1949 die Königliche Akademie der Schönen Künste in Stockholm.
Brusewitz baute eine Karriere auf, die mit ungewöhnlicher Leichtigkeit die Grenzen zwischen bildender Kunst, Illustration und Schrift überschritt. Er wurde regelmäßiger Mitarbeiter von Stockholms-Tidningen, Svenska Dagbladet und Upsala Nya Tidning und entwickelte eine grafische Sensibilität, die auf die populäre Presse abgestimmt war, während er gleichzeitig ein paralleles Leben als ausstellender Künstler führte. Sein Hauptmedium war die Aquarellmalerei, und seine Motive reichten von schwedischen Landschaften, Vögeln in ihren Lebensräumen, Stockholmer Stadtansichten bis hin zu Küstenszenen. Die Präzision des Naturalisten und das Auge des Malers koexistieren in seinem Werk auf eine ihm ganz eigene Weise.
Ab 1968 trat er in den schwedischen Radio- und Fernsehnaturprogrammen auf, die von Kårnäs Gård ausgestrahlt wurden, und trat damit die Nachfolge des Künstlers Harald Wiberg in einer Rolle an, die seine Arbeit einem breiten nationalen Publikum zugänglich machte. 1980 nahm er an der schwedischen Polarexpedition Ymer-80 an Bord des Eisbrechers Ymer teil, reiste durch arktische Gewässer und veröffentlichte im folgenden Jahr das daraus resultierende Buch Arktisk sommar.
Zu seinen nachhaltigsten Aufträgen gehörte die Gestaltung der Diplomurkunden für den Nobelpreis für Literatur zwischen 1963 und 1988, eine Vierteljahrhundert andauernde Aufgabe, die sowohl technische Präzision als auch die Fähigkeit erforderte, Jahr für Jahr ein dem Anlass würdiges Werk zu schaffen. Einzelausstellungen führten ihn nach London, Helsinki, Turku, Reykjavík, Melbourne, Chicago, San Francisco und Philadelphia. Seine Werke sind im Nationalmuseum und im Kalmarer Kunstmuseum vertreten.
Auf Auktionen tauchen Brusewitz' Werke in Form von Gemälden, Grafiken, Zeichnungen und illustrierten Büchern auf, wobei 100 Lose in nordischen Häusern verzeichnet sind. Sein Spitzenpreis lag bei 2.400 EUR für eine Stockholmer Ansicht von Essingen bei Stockholms Auktionsverk, und eine konstante Gruppe von Ergebnissen liegt im Bereich von 1.600-2.200 SEK für Stockholmer und Dalarna-Motive. Stockholms Auktionsverk und Uppsala Auktionskammare machen zusammen über die Hälfte seiner Lose aus. Die Präsenz von Büchern und Manuskripten als eigene Kategorie, 14 von 100 Losen, spiegelt wider, wie stark die Illustration neben seinen Gemälden seinen Markt definierte.