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KünstlerNorwegian

Gudmund Stenersen

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Gudmund Stenersen wurde am 18. August 1863 in Ringsaker als Sohn eines Tierarztes geboren, und sein Weg zur Malerei als Vollzeitberuf war ungewöhnlich indirekt. Er bestand 1883 sein Examen artium in Hamar, qualifizierte sich als Zahnarzt und praktizierte in den späten 1880er Jahren in Tønsberg – und reichte dabei immer wieder Gemälde zur Herbstausstellung (Høstutstillingen) ein. Sein Debüt dort gab er 1885 mit I Baadstøe, das angenommen wurde, als er noch Zahnmedizinstudent war.

1889 ging er nach Paris und studierte drei Jahre lang bei Léon Bonnat und Fernand Cormon in Ateliers, die auch Toulouse-Lautrec, Van Gogh und andere Persönlichkeiten der Ära ausbildeten. Die Disziplin von Bonnats Atelier – rigoroses Figurenzeichnen, kontrollierte Tonwertmodellierung – gab Stenersen ein solides akademisches Fundament, während Cormons lockerere Freiluftpraxis ihn zur Plein-Air-Beobachtung drängte, die sein reifes Werk prägen sollte. Ein Aufenthalt in Italien in den Jahren 1893-1894 vertiefte sein Verständnis für das mediterrane Licht, bevor er seine Palette wieder nach Norden ausrichtete.

Nachdem er sich 1898 in Christiania (Oslo) niedergelassen hatte, konzentrierte sich Stenersen auf die norwegische Landschaft und die Arbeitskanten der Stadt entlang des Akerselva und des Hafens. Er malte Täler in Gudbrandsdalen, Valdres und Vestfold und gab sie in einem von ihm als wahrhaftig bezeichneten Ton wieder: warme Ockerfelder, silbergraues Flusswasser, Figuren mitten bei der Arbeit, nicht gestellt. Das Werk ist im französischen Sinne naturalistisch – aufmerksam für Wetter, Jahreszeit und das Gewicht des gewöhnlichen Arbeitslebens – und doch unverkennbar norwegisch in seiner spezifischen Topographie und gedämpften nordischen Palette. Neben Erik Werenskiold trug Stenersen dazu bei, die norwegische Malerei vom deutschen romantischen Idealismus hin zu dieser beobachtenden Ausdrucksweise zu verschieben.

Seine illustrativen Arbeiten liefen parallel während der gesamten Periode. Er zeichnete für Vilhelm Krags Vestlandsviser (1898), Theodor Casparis Fra fjeld og fremmed Land (1900), Hans Aanruds Smaafæ (1906) und veröffentlichte 1905 sein eigenes Besøg i skogen. Die Illustrationsprojekte hielten ihn im Dialog mit dem norwegischen Literaturschaffen und brachten seine Bilder einem breiteren Lesepublikum nahe, als es reine Galerieausstellungen vermochten. Er leitete auch von 1901 bis 1926 den Tegneforbundet, den Verband der Zeichner.

Internationale Anerkennung folgte in schneller Folge: eine Silbermedaille bei der Pariser Weltausstellung von 1900 und eine Goldmedaille in München im Jahr 1901. Er starb am 17. August 1934 in Oslo, einen Tag vor seinem einundsiebzigsten Geburtstag. Auf Auktionen erscheint sein Werk fast ausschließlich über Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo, was seiner Verwurzelung im norwegischen Kulturleben entspricht. Alle 21 verzeichneten Lose sind durch dieses Haus gegangen, mit Spitzenresultaten wie dem figürlichen Gemälde Gjester von 1901 (38.000 NOK), Fra et fiskerleie von 1923 (30.000 NOK) und der Winterszene Skiløpere (29.000 NOK).

Bewegungen

NaturalismNorwegian Realism

Medien

Oil on canvasIllustrationDrawing

Bemerkenswerte Werke

Gjester1901Oil on canvas
Fra et fiskerleie1923Oil on canvas
Fra Akerselva1890Oil on canvas
I Baadstøe1885Oil on canvas
Besøg i skogen1905Illustration

Auszeichnungen

Silver Medal, Paris Universal Exposition1900
Gold Medal, Munich International Exhibition1901

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