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Gerhard Wihlborg
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Gerhard Wihlborg wuchs auf dem elterlichen Bauernhof in Grimshög bei Löderup auf, auf der flachen Halbinsel Österlen, die in die Ostsee ragt. Diese Ecke von Schonen – ihre weiten Himmel, Steinmauern, Fischerhäfen und Kartoffelfelder – blieb für den Rest seines Lebens das Zentrum seiner visuellen Welt.
Er begann 1912 eine Lehre als Maler, eine praktische Ausbildung, die ihm den handwerklichen Respekt vor Material und Oberfläche vermittelte. Von dort wechselte er über die Tekniska skolan in Malmö und die Malschule von Althin, bevor er in die Königliche Kunstakademie in Stockholm eintrat, wo er von 1917 bis 1923 studierte. 1921 erhielt er die Kanzlermedaille und reiste mit einem Studienstipendium nach Italien – eine prägende Reise, die sein Gefühl für Licht und Bildraum erweiterte.
Zurück in Schonen teilte Wihlborg sein Leben zwischen Sommern auf dem Hof in Grimshög und Wintern in Ystad, und das daraus resultierende Werk ist in diesem Rhythmus verwurzelt. Er malte Stillleben, Porträts und Szenen im Freien mit gleicher Aufmerksamkeit, aber die Landschaften und Genremotive – Kartoffelernter bei der Arbeit, Marktstände in der Stadt, die Küstenstraße im Winter – tragen ein dokumentarisches Gewicht. Er wurde als jemand beschrieben, der mit "facettenreichen Augen" malte: jedes Detail wurde aus dem Winkel beobachtet, der ihm selbst am treuesten war, anstatt einem einzigen kompositorischen Blickwinkel untergeordnet zu werden. Nach etwa 1940 wurde seine Malweise diffuser und atmosphärischer, obwohl die Bindung an spezifische Österlen-Motive nie nachließ.
Neben der Staffeleiarbeit entstanden öffentliche Aufträge. Sein großes Tempera-Apsidenbild "Skolutflykt" für das Auditorium des Gymnasiums von Ystad gehört zu den sichtbarsten. 1965 wurde er mit dem Kulturpreis der Gemeinde Ystad ausgezeichnet, eine Anerkennung der Gemeinschaft, die er jahrzehntelang gemalt hatte. Seine Werke sind in den ständigen Sammlungen des Malmö Museums, des Ystad Kunstmuseums, des Kristianstad Museums, des Landskrona Museums, des Trelleborg Museums, des Skissernas Museums in Lund, des Österlen Museums und der Tomelilla Kunsthalle vertreten.
Auf dem schwedischen Auktionsmarkt erscheinen Wihlborgs Gemälde stetig bei Häusern, die sich im Süden des Landes konzentrieren – darunter Skånes Auktionsverk, Bukowskis, Höganäs Auktionsverk und Björnssons Auktionskammare. Die 22 Auktionsrekorde auf Auctionist sind fast ausschließlich Gemälde, was das Medium widerspiegelt, in dem er am konsequentesten arbeitete. Die Preise entsprechen denen eines regionalen Künstlers, dessen Museumspräsenz stark ist, dessen Markt aber hauptsächlich lokal bleibt – ein zuverlässiger Fund für Sammler, die sich auf die skånische figurative Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konzentrieren.