
KünstlerNorwegiangeb.1860–gest.1945
Fredrik Kolstø
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Geboren am 5. März 1860 in Haugesund an der Westküste Norwegens, wuchs Ole Fredrik Kolstø in einer Region auf, deren Fischergemeinden und Küstenlandschaften im Laufe seiner Karriere zu einem wiederkehrenden Thema werden sollten. Mit sechzehn Jahren schrieb er sich an Knud Bergsliens Malschule in Christiania ein und reiste 1877 mit Erik Werenskiold nach München, wo er an der Akademie unter Otto Seitz und später Wilhelm von Lindenschmit studierte. Die Münchner Jahre, die bis 1882 dauerten, verankerten ihn in der disziplinierten figurativen Tradition der deutschen Akademien.
Von München zog er 1882 nach Paris, wo der Impressionismus einen starken Eindruck auf ihn machte – einen Eindruck, zu dem er während eines zweiten Pariser Aufenthalts im Jahr 1885 zurückkehrte, um ihn zu vertiefen. Der Effekt zeigt sich in seiner gelösteren Pinselführung und der Aufmerksamkeit für die Qualität des Innenlichts. Sein Atelierinterieur "Atelierinteriør" von 1885, gemalt in der Werkstatt des Künstlerkollegen Nils Hanstee, gehört zu den Werken dieser Periode, die für ihre sichere Handhabung von Raum und Atmosphäre am meisten bewundert werden. Eine weitere Leinwand, "Malerverkstedet" (Die Malerwerkstatt), ging in die Sammlung des Nationalmuseums in Oslo über und ist heute eines von zwölf dort befindlichen Werken Kolstøs.
Zurück in Norwegen ließ sich Kolstø ab etwa 1892 in Kristiania (Oslo) nieder und blieb dort bis 1910. Seine Themen reichten vom Fischerleben an der Küste von Haugesund über Genreszenen von Zimmerleuten, Frauen an Fenstern und spielenden Kindern bis hin zu formellen Porträts und Lachsfangansichten aus dem norwegischen Binnenland. Das Werk schlägt eine konsistente Linie zwischen beobachteter sozialer Realität und einer zunehmend malerischen Oberfläche; Vergleiche mit der breiteren skandinavischen naturalistischen Generation – Werenskiold, Christian Krohg, Eilif Peterssen – sind treffend, und Kolstø erscheint neben ihnen im Gruppenporträt "Kunstnerviften" des Nasjonalmuseet.
Später zog er nach Trondheim, wo er am 2. April 1945 im Alter von fünfundachtzig Jahren starb und damit fast die gesamte Generation norwegischer Maler überlebte, mit denen er ausgebildet worden war. Sein langes Leben bedeutete, dass sein Werk von der Münchner akademischen Tradition der 1880er Jahre über den Naturalismus bis ins frühe zwanzigste Jahrhundert reicht.
Auf dem nordischen Kunstmarkt erscheinen Kolstøs Gemälde fast ausschließlich bei Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo, wo alle 14 in der Auctionist-Datenbank erfassten Werke zu finden sind. Zu den Spitzenpreisen gehören 130.000 NOK für "Interiør med gutt og katt" (1894), 80.000 NOK für "I døråpningen" (1893) und 74.000 NOK für eine Winterlandschaft mit Fischern. Figurative Interieurszenen aus den 1890er Jahren stoßen durchweg auf das größte Interesse.