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Finn Christensen
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Finn Christensen wurde am 26. Februar 1920 in Kristiania – der heutigen Stadt Oslo – als Sohn von Nils Christensen und Ellen Andrea Henriksen geboren. Er wuchs in der Nähe von Bislett auf und hatte in seinen frühen Jahren wenig Kontakt zur zeitgenössischen Kunst. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg arbeitete er praktisch und unterstützte Bildhauer und Holzschnitzer, darunter eine Lehre bei Nils Flakstad und Arbeiten an Gipsabgüssen für Anne Grimdalens monumentale Skulpturenprojekte. 1942 besuchte er auch die Malschule von Doro Ording. Im Herbst 1945 trat er in die erste Nachkriegsklasse der Statens Kunstakademi ein, wo er bis 1948 unter Jean Heiberg, Per Krohg und Aage Storstein studierte.
Christensens frühe Arbeiten in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren bewegten sich durch naturalistische Darstellungen und surrealistisch angehauchte Bildwelten, bevor er zur geometrischen Abstraktion gelangte, die seine reife Schaffensperiode prägen sollte. Ein entscheidender Wendepunkt war seine Zeit im Atelier 17 von S. W. Hayter in Paris, dem einflussreichen Druckgrafikstudio, das die Werke von Künstlern wie Picasso, Miro und Jackson Pollock geprägt hatte. Hayters rigoroser Ansatz zur Tiefdrucktechnik hinterließ einen bleibenden Eindruck in Christensens grafischem Werk, und seine große Ausstellung von Druckgrafiken in der Kåre Berntsen Galerie in Oslo im Jahr 1961 markierte seinen Durchbruch für ein breiteres norwegisches Publikum.
1956 gehörte Christensen zu den Gründungsmitgliedern der Terningen-Gruppe, die er zusammen mit den Malern Inger Sitter, Gunnar S. Gundersen und anderen bildete. Die Eröffnungsausstellung der Gruppe im Galleri KB in Oslo im selben Jahr löste eine erhebliche öffentliche Debatte aus und trug dazu bei, die nicht-figurative Kunst als ernsthafte und legitime Ausdrucksform innerhalb des norwegischen Modernismus zu etablieren. Terningen agierte in einem kulturellen Klima, das noch weitgehend von figurativen Traditionen dominiert wurde, und die Befürwortung der Abstraktion durch die Gruppe hatte nachhaltige Folgen für die Art und Weise, wie norwegische Kunstinstitutionen und Sammler mit internationalen modernistischen Strömungen umgingen.
Ab den 1960er und 1970er Jahren entwickelte Christensen in seiner Malerei und Bildhauerei eine formale Sprache, die geometrische und organische Formen kombinierte und oft in Relief, Keramik, Glas und Metall arbeitete. Seine öffentlichen Aufträge brachten ihn in direkten Kontakt mit dem zivilen und institutionellen Leben: Er schuf dekorative Werke für das Rikshospitalet (1964), die Krankenhäuser Ullevaal und Aker (1969), die Lambertseter Kirche (1967), die Aassiden Kirche in Drammen (1968) und die Norwegische Rundfunkgesellschaft (NRK). Sein Relief 'Relieff' (1971-72) wird in der Nationalgalerie Norwegens aufbewahrt, die auch neun seiner Zeichnungen besitzt. Werke gelangten in die Sammlungen des Riksgalleriet, des Kunstmuseums Göteborg, des Nationalmuseums in Stockholm, des Statens Museum for Kunst in Kopenhagen und des Museum of Modern Art in New York. Von 1985 bis 1988 war er Mitglied des Arts Council Norway. Er heiratete die Malerin Lise Nicolaisen, die im selben Jahr wie er starb; beide starben 2009.
Auf der Auktionsplattform Auctionist ist Christensen mit 12 registrierten Losen vertreten, die fast alle über Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo und Nyborgs Auksjoner abgewickelt wurden. Seine Werke umfassen Gemälde und mindestens eine Skulptur. Der höchste verzeichnete Verkauf ist 'Komposisjon' für 15.000 NOK, gefolgt von 'Konstantinbuen i Roma' für 11.000 NOK und einem zweiten 'Komposisjon' für 6.000 NOK. Diese Zahlen sind bescheiden im Verhältnis zu seiner Präsenz in Museen, was darauf hindeutet, dass seine Werke bei institutionellen Sammlern bekannter sind als auf dem breiteren Sekundärmarkt.