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Ferdinand Boberg

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Gustaf Ferdinand Boberg wurde am 11. April 1860 in Falun, Schweden, geboren und lebte bis zum 7. Mai 1946 in Stockholm. Er absolvierte eine Ausbildung am Königlichen Technischen Institut in Stockholm und studierte von 1882 bis 1884 Architektur an der Königlichen Akademie der Schönen Künste, wo er nach seinem Abschluss die Königliche Medaille erhielt. Studienreisen durch Italien, Frankreich, Spanien und Nordafrika in den Jahren 1885-86 hinterließen bleibende Eindrücke in seinem Entwurfsrepertoire.

In den folgenden drei Jahrzehnten wurde Boberg zu einem der produktivsten und originellsten Architekten Stockholms. Seine Gebäude basierten auf einer sehr persönlichen Synthese von Impulsen von H.H. Richardson und Louis Sullivan in Amerika, von maurischer und mediterraner Architektur sowie von der aufkommenden nationalromantischen Strömung in Skandinavien. Zu seinen bekanntesten Werken in Stockholm gehören das Hauptpostamt (1903), Rosenbad (1902, heute die Regierungszentrale) und das Kaufhaus Nordiska Kompaniet (1915). Er entwarf auch ein Elektrizitätswerk in Björns Trädgård, dessen orientalistische Formen später als Stockholmer Moschee adaptiert wurden. Ein weiteres Maß für seine internationale Reichweite ist der schwedische Pavillon, den er für die Weltausstellung 1904 in St. Louis entwarf und der noch heute in Lindsborg, Kansas, steht.

1888 heiratete Boberg Anna Scholander, selbst eine versierte Malerin, die sich einen unabhängigen Ruf für dramatische Darstellungen des arktischen Lichts erwarb. Ihre Arbeitsleben waren eng miteinander verknüpft: Annas Sensibilität für Atmosphäre beeinflusste Ferdinands spätere Dokumentationsprojekte, und seine architektonische Ausbildung prägte die Präzision ihres kompositorischen Blicks.

Um 1914-1915 zog sich Boberg aus der architektonischen Praxis zurück und widmete sich ganz der grafischen Kunst und Dokumentation. Er und Anna reisten ausgiebig durch Schweden und dokumentierten volkstümliche Gebäude, Küstenfischerdörfer, mittelalterliche Kirchen und Industrielandschaften in Kohle, Bleistift, Aquarell und Radierung. Der Kunsthistoriker Axel Gauffin katalogisierte 1916 103 von Bobergs Radierungen in einer Veröffentlichung der Schwedischen Gesellschaft für Grafische Künste, doch das gesamte grafische Werk umfasst über 8.000 Blätter. Die Motive reichten von Stockholmer Straßenszenen und Rosla-gen-Fischerhäfen bis hin zu mittelalterlichen französischen Monumenten und römischen Wahrzeichen wie dem Titusbogen, was einen Geist widerspiegelt, der nie aufhörte zu beobachten.

Seine späte Karriere als Zeichner und Grafiker stellt ein kohärentes zweites Kapitel dar und nicht nur ein Ruhestandshobby. Der dahinterstehende dokumentarische Impuls – der Wunsch, das, was Industrialisierung und Modernisierung auslöschen könnten, in dauerhafter Form festzuhalten – platziert ihn fest in der nationalromantischen Tradition, obwohl die Beobachtungsqualität seiner besten Drucke weit über die damaligen Konventionen hinausgeht.

Auf dem schwedischen Auktionsmarkt erscheinen Bobergs grafische Werke regelmäßig in bescheidenen Losen. Auf Auctionist wurden 12 Objekte in verschiedenen Auktionshäusern wie Crafoord Auktioner, Metropol und Stockholms Auktionsverk verzeichnet. Zu den Spitzenpreisen gehören eine Aquarellmalerei des Fischerdorfes Råå für 4.600 SEK, eine Lithografie einer französischen mittelalterlichen Kircheninnenansicht für 1.300 SEK und eine Ansicht mit dem Titel „Vid Roslagstorg“ für 1.300 SEK. Radierungen römischer Motive und Stockholmer Straßenszenen werden typischerweise im Bereich von 550-800 SEK gehandelt, was die Zugänglichkeit seines grafischen Schaffens für Sammler aller Niveaus widerspiegelt.

Bewegungen

National RomanticismArt Nouveau

Medien

EtchingWatercolorCharcoalPencil drawingLithography

Bemerkenswerte Werke

Rosenbad1902architecture
Centralposten1903architecture
Nordiska Kompaniet department store1915architecture
Swedish Pavilion, St. Louis World's Fair1904architecture
Ferdinand Bobergs Etsningar (catalog)1916etching

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