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Fendi
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Fendi begann 1925 als kleines Pelz- und Ledergeschäft in der Via del Plebiscito in Rom, eröffnet von Adele Casagrande und ihrem Ehemann Edoardo Fendi. Bis 1932 hatte das Paar eine Boutique in der Via Piave eröffnet, die zu einem Anziehungspunkt für Touristen wurde, die die italienische Hauptstadt besuchten. Als ihre fünf Töchter Paola, Anna, Franca, Carla und Alda erwachsen wurden, übernahm jede einen anderen Geschäftsbereich. Anna beaufsichtigte Design und Lizenzierung, Carla leitete die Geschäfts- und Pressebüros, Franca managte den Einkauf und die Kundenbeziehungen, Alda leitete das Atelier und die Pelzwerkstatt, und Paola führte das Pelzsegment. Diese Arbeitsteilung verlieh dem Haus eine ungewöhnliche Fachkompetenz und hielt es fest in der familiären Handwerkskunst verwurzelt.
Die Ernennung von Karl Lagerfeld zum Chefdesigner im Jahr 1965 veränderte die Entwicklung von Fendi grundlegend. Lagerfeld modernisierte die Pelzlinie, indem er günstigere Felle, darunter Kaninchen und Eichhörnchen, in die High Fashion einführte, und er lancierte die erste Prêt-à-porter-Kollektion des Hauses. Er schuf auch das Doppel-F-Monogramm, das ursprünglich für "Fun Fur" stand und zu einem der bekanntesten Logos der Mode wurde. Lagerfelds Zusammenarbeit mit Fendi dauerte 54 Jahre, die längste Partnerschaft zwischen einem Designer und einem Modehaus, die jemals verzeichnet wurde, und endete erst mit seinem Tod im Februar 2019.
Silvia Venturini Fendi, Enkelin der Gründer und das letzte Familienmitglied in einer kreativen Rolle, prägte ab 1994 die Accessoire-Sparte. Sie entwarf 1997 die Baguette-Tasche, eine kompakte Umhängetasche, benannt nach der Art und Weise, wie Pariserinnen Brotlaibe unter dem Arm tragen. Sie wurde zu einer der ersten echten "It-Bags", erschien in Sex and the City und brachte über tausend Variationen hervor. 2008 folgte die Peekaboo, eine strukturierte, logolose Tasche, die eine Abkehr von der Logomania der Ära signalisierte. Beide Designs bleiben zentral für die Identität von Fendi.
LVMH erwarb 1999 eine Mehrheitsbeteiligung an Fendi, zunächst teilte es sich den Besitz mit Prada, bevor es 2002 Pradas 25,5-Prozent-Anteil zurückkaufte. Heute gehört das Haus LVMH vollständig. 2015 verlegte Fendi seinen Hauptsitz in den Palazzo della Civilta Italiana im EUR-Viertel Roms, ein Travertin-Wahrzeichen, das manchmal als Quadratisches Kolosseum bezeichnet wird. Nach Lagerfelds Tod wurde Kim Jones 2020 zum künstlerischen Leiter für Couture und Damenmode ernannt und war bis Ende 2024 tätig. Silvia Venturini Fendi leitete weiterhin Herrenmode und Accessoires bis zum hundertjährigen Bestehen des Hauses im Jahr 2025, bevor sie in eine Ehrenpräsidentenrolle wechselte.
Fendis Stärke bei Lederwaren, Pelzen und Accessoires spiegelt sich direkt auf dem Sekundärmarkt wider. Auf nordischen Auktionsplattformen ist das Haus regelmäßig bei Kaplans Auktioner, Bruun Rasmussen, Finarte und Bukowskis vertreten, mit 111 erfassten Objekten in unserer Datenbank. Die Kategorienvielfalt spiegelt die Breite des Fendi-Angebots wider: Sonstige Artikel führen mit 75, gefolgt von Sammlerstücken (12), Handtaschen (9), Silberaccessoires (5) und Uhren (4). Zu den höchsten erzielten Preisen gehören eine Zucca Chef-Handtasche für 10.878 SEK, eine Nano Fendigraphy-Tasche für 7.095 EUR und ein Sunshine Shopper für 5.805 EUR. Die Ergebnisse bei Handtaschen bestätigen, dass Fendi-Taschen, insbesondere solche mit dem Zucca-Print oder aus aktuellen Kollektionen wie der Fendigraphy-Linie, auf dem Wiederverkaufsmarkt in ganz Skandinavien ihren Wert behalten.