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Ernst Norlind
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Ernst Ludvig Norlind wurde am 25. April 1877 in der Gemeinde Vellinge, Schonen, als Sohn eines Pastors geboren. Zu seinen Geschwistern zählten der Musikforscher Tobias Norlind und der Schriftsteller Arnold Norlind, und die intellektuelle Neigung der Familie prägte Ernst von Anfang an. Er begann 1898 ein Philosophiestudium in Lund, bevor er sich der Kunst zuwandte und Schulen in Dachau und Paris besuchte.
Die entscheidende Wendung in seinem Leben brachte seine Gefährtin Hanna Larsdotter, die er um 1902 kennenlernte. 1904 zogen sie gemeinsam auf ihr Gut, Schloss Borgeby bei Lomma in Schonen, und heirateten 1907. Das Schloss wurde sowohl sein Atelier als auch ein kultureller Salon: Rainer Maria Rilke, Edvard Persson, Anders Österling, Tora Vega Holmström, Axel Törneman und viele andere skandinavische und europäische Intellektuelle verweilten dort im Laufe der Jahre. Norlind selbst war nicht nur Maler und Grafiker, sondern auch Geiger und in den 1940er Jahren Radiostimmenkünstler. Sein Debüt als Schriftsteller gab er 1907 mit der Gedichtsammlung Dikter, der eine umfangreiche Produktion von Prosa und Theaterstücken folgte.
Als Maler war Norlind vor allem in der Landschaft Schonens verwurzelt. Seine frühen Werke zeichneten sich durch dunkle, tonale zurückhaltende Leinwände mit einer begrenzten Palette aus. Ab etwa 1925 wurden seine Farben lebhafter und vielfältiger, und er fügte seinen Landschaften zunehmend Figuren hinzu und wandte sich dem Stillleben zu. Sein grafisches Werk kehrte wiederholt zu Vogelmotiven zurück, insbesondere zum Storch, der eng mit den flachen Feuchtgebieten um Borgeby verbunden war. Störche in sumpfiger Umgebung, ausgeführt in Öl auf Tafel, wurden zu einem Erkennungsmerkmal.
Norlind ist in den Sammlungen des Nationalmuseums in Stockholm, des Göteborgs konstmuseum, des Malmö Museum, von Prins Eugens Waldemarsudde und des Amon Carter Museum of American Art in Fort Worth vertreten. Die Hanna und Ernst Norlind Stiftung pflegt weiterhin Schloss Borgeby.
Auf dem nordischen Auktionsmarkt erscheint Norlind hauptsächlich bei Auktionshäusern aus Schonen, was dem regionalen Charakter seines Lebens und seiner Motive entspricht: Skånes Auktionsverk, Limhamns Auktionsbyrå und Helsingborgs Auktionskammare gehören zu den führenden Verkaufsstellen. Auf Auctionist wurden 33 Lose katalogisiert. Das Spitzenergebnis liegt bei 15.734 SEK für eine Strandlandschaft mit Figuren, während Storchenbilder in Öl auf Tafel im Bereich von 1.600–3.100 SEK verkauft wurden, was eine solide Nachfrage nach seinen charakteristischsten Motiven widerspiegelt.