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Erland Cullberg
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Geboren 1931 in eine von Theologie und intellektuellem Leben geprägte Familie, wuchs Johan Erland Cullberg als Sohn von Bischof John Cullberg, einem Professor und Theologen, und als Bruder von Johan Cullberg auf, der einer der führenden Psychiater Schwedens werden sollte. Dieses biografische Detail hat Gewicht: Es waren teilweise Erlands eigene Auseinandersetzungen mit psychischer Gesundheit, die Johan zur Psychiatrie als Beruf brachten.
Cullberg studierte von 1955 bis 1957 an der Kunstakademie in Stockholm und verbrachte 1956 eine Zeit an der Kunstakademie Valand in Göteborg. Während seiner Studienjahre wurde bei ihm Schizophrenie diagnostiziert, eine Erkrankung, die er als "eine weit verbreitete mentale Erkältung" beschrieb. Anstatt mit dem Malen aufzuhören, arbeitete er sich hindurch, und die Diagnose wurde untrennbar mit seiner künstlerischen Identität verbunden. Der Kunstkritiker Leif Mattsson schrieb, dass für Cullberg das Malen sowohl "seine Muse als auch sein Kreuz" war, ein Mittel zur Erlösung, das ihn aber auch gefangen hielt.
Sein Stil fällt fest in den Expressionismus, trägt aber eine besondere Dichte, die ihn auszeichnet. Cullberg arbeitete, indem er Motiv über Motiv schichtete, Farbe über Farbe auftrug, bis die Leinwand eine komprimierte, fast geologische Ansammlung von Spuren enthielt. Diese Gewohnheit brachte ihm den informellen Titel "der Übermaler" ein, nicht als Kritik, sondern als Beschreibung eines bewussten Prozesses. Er erklärte die Methode als eine Möglichkeit, Farben, die er als zu zynisch oder zu wörtlich empfand, künstlerisch zu neutralisieren. Zu seinen Einflüssen gehörten El Greco, Carl Fredrik Hill, Ernst Josephson und vor allem Edvard Munch, dessen emotionale Intensität und psychologische Direktheit mit seinem eigenen Ansatz resonierte.
Cullberg debütierte 1961 mit einer Einzelausstellung im Literatur- und Kunstsalon At Petra in Stockholm. Es folgten jährliche Ausstellungen mit einigen Unterbrechungen in Galerien und Institutionen in ganz Schweden. Der große öffentliche Wendepunkt kam 1986, als das Moderna Museet in Stockholm eine groß angelegte Präsentation seines Werkes zeigte und ihm nach Jahrzehnten unermüdlicher Produktion breite kritische Aufmerksamkeit verschaffte. Er lebte und arbeitete die meiste Zeit seines Lebens in Sollentuna und starb im April 2012.
Auf dem Auktionsmarkt zirkuliert Cullbergs Werk hauptsächlich über schwedische Häuser. Von rund 70 im nordischen Markt erfassten Objekten dominieren Gemälde mit etwa 44 Losen, ergänzt durch Zeichnungen und Arbeiten auf Papier, die weitere 11 ausmachen. Stockholms AV Magasin 5 und Bukowskis Stockholm sind die führenden Verkaufsorte für seine Werke. Zu den höchsten verzeichneten Preisen gehören eine "Komposition", die für 19.500 EUR verkauft wurde, sowie Ölgemälde, die 12.005 SEK bzw. 10.500 SEK erzielten. Diese Ergebnisse spiegeln eine Sammlerschaft wider, die seinen zutiefst persönlichen Expressionismus und das relativ kompakte Werk, das er hinterließ, schätzt.