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Erik Höglund
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Erik Höglund wurde 1932 in Karlskrona in der südschwedischen Region Blekinge geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Bildhauer an der Universität für Kunst, Handwerk und Design in Stockholm, wo sein Schwerpunkt auf dreidimensionalen Formen und nicht auf der dekorativen Kunst lag. Als die Boda Glashütte 1953 die Schule kontaktierte, um einen jungen Künstler zu suchen, der bereit war, mit Glas zu arbeiten, nahm der einundzwanzigjährige Höglund an, obwohl er fast keine Erfahrung mit dem Material hatte. Er brachte sich das Glasblasen nachts bei, nachdem die Fabrik geschlossen hatte, und entwickelte innerhalb weniger Jahre eine ganz eigene visuelle Sprache.
Bei Boda brach Höglund scharf mit der raffinierten, eleganten Tradition, die schwedisches Glas seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts definierte. Er führte bewusste Unvollkommenheiten, eingeschlossene Luftblasen, kräftige Bernstein- und Waldgrüntöne sowie geprägte Motive aus Volkskunst, Tieren und der menschlichen Figur ein. Die Arbeit wirkte roh und lebendig zu einer Zeit, in der viel skandinavisches Glas technische Fehlerlosigkeit über alles andere stellte. 1957, im Alter von nur fünfundzwanzig Jahren, wurde er der jüngste Preisträger des Lunning-Preises, der damals bedeutendsten Designauszeichnung der nordischen Länder. Seine Entwürfe fanden in großer Zahl Einzug in schwedische Haushalte, und Boda wurde praktisch untrennbar mit seinem Namen verbunden.
1969 entwarf er Fars Glas, eine Trinkglasserie, deren bewusst unpolierte Silhouette und dicken Wände sie zu einer dauerhaften Präsenz im Alltag machten. Jahrzehnte später in Zusammenarbeit mit Kosta Boda und der Möbelmarke Hem neu aufgelegt, bleibt Fars Glas eines der bekanntesten Objekte des schwedischen Nachkriegsdesigns. Neben Glas arbeitete Höglund ausgiebig mit Eisen, Bronze und Holz und schuf Kronleuchter und Kandelaber, in denen geschmiedetes Metall und mundgeblasene Glasmedaillons kombiniert wurden, um Objekte zu schaffen, die irgendwo zwischen funktionaler Beleuchtung und Skulptur angesiedelt waren. 1973 verließ er Boda, um seine eigene Schmiede zu gründen, und produzierte später Glas für Pukeberg, Åhus und den böhmischen Hersteller Nový Bor.
Höglund starb 1998. Seine Werke sind in den ständigen Sammlungen des Blekinge Museums in Karlskrona, des Nationalmuseums in Stockholm und des Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum in New York vertreten. Auf dem nordischen Auktionsmarkt zieht Höglund eine konstante Nachfrage über eine breite Palette von Objekten an, von kleinen Bernsteinflaschen und Trinkgläsern bis hin zu großen Kronleuchtern aus Eisen und Glas. Seine substanziellsten Werke übertreffen regelmäßig die Schätzungen in schwedischen Auktionshäusern, und mit über 665 derzeit auf Auctionist nachverfolgbaren Losen bleibt er eine der am aktivsten gehandelten Figuren im skandinavischen Nachkriegsdesign.