
KünstlerHungarian-Swedish
Endre Nemes
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Endre Nemes wurde am 10. November 1909 als Endre Nágel in Pécsvárad, Ungarn, geboren. 1928 änderte er seinen Nachnamen in Nemes. Nach einem kurzen Philosophiestudium in Wien im Jahr 1927 zog er um 1930 nach Prag, wo er an der Akademie der Bildenden Künste studierte und als Cartoonist arbeitete. In Prag traf er Peter Weiss und Bernard Reder und arbeitete mit Jakub Bauernfreund zusammen. Seine Kompositionen der 1930er Jahre waren deutlich vom Surrealismus geprägt und geformt von der aufgeladenen intellektuellen Atmosphäre Mitteleuropas zwischen den Weltkriegen.
Als der Krieg drohte, floh Nemes, der jüdisch war, über Helsinki aus der Tschechoslowakei, durchquerte Finnland und Norwegen, bevor er Schweden erreichte. Seine erste schwedische Einzelausstellung fand 1941 in Stockholm statt, und 1948 wurde er schwedischer Staatsbürger. 1943 gründete er in Malmö zusammen mit Max Walter Svanberg, C.O. Hultén und Adja Yunkers die Gruppe Minotaur – ein kurzlebiger, aber historisch bedeutsamer Knotenpunkt des nordischen Surrealismus.
Von 1947 bis 1955 war er Direktor und Hauptinnovator an der Kunsthochschule Valand in Göteborg, wo er den Lehrplan umgestaltete und eine Generation schwedischer Modernisten förderte, darunter den Kreis um die Gruppe Nya Valand. Seine Malerei reichte von lyrischer Abstraktion bis zu figurativem Surrealismus: Harlekine, Uhren, Pyramiden und Zeichen tauchen in Ölfarben, Aquarellen, Radierungen und Aquatinten immer wieder auf. Er war auch in Schweden ein Pionier in der Verwendung von Emaille für monumentale öffentliche Aufträge, darunter die Fassade des städtischen Verwaltungsgebäudes in Alafors und die Zodiak-Uhr in Västertorp.
1965 erhielt Nemes ein schwedisches Staatsstipendium und stellte in den Drian Galleries in London aus. 1980 wurde ihm die Prinz Eugen Medaille verliehen, eine der höchsten Auszeichnungen Schwedens im Bereich der Kunst, und 1984 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Göteborg. Eine posthume Retrospektive im Moderna Museet in Stockholm 1990-1991 bestätigte seinen Platz im Kanon der schwedischen Moderne. Seine Werke sind im Moderna Museet Stockholm, im Philadelphia Museum of Art, im Brooklyn Museum, in der Slowakischen Nationalgalerie in Bratislava und im Ferenc Martyn Museum in Pécs vertreten.
Auf Auctionet ist Nemes in 32 Losen vertreten, die auf führende schwedische Regionalhäuser wie Metropol, Crafoord, Göteborgs Auktionsverk und Stockholms Auktionsverk verteilt sind. Seine Drucke und Mixed-Media-Arbeiten wurden zwischen 500 und 3.200 SEK verkauft, wobei Spitzenpreise für signierte Werke wie 'Magnetiska fält' und 'Teckenspråk' erzielt wurden. Die Auktionsergebnisse zeigen ein konstantes Sammlerinteresse an seinem grafischen Werk, eher als an größeren Ölgemälden, die tendenziell bei größeren Spezialauktionen angeboten werden.