
KünstlerNorwegiangeb.1890–gest.1961
Einar Berger
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Einar Berger wurde 1890 in Finnkroken auf der Insel Reinoya in Troms, Nordnorwegen, in eine Fischerfamilie geboren. Als Junge fuhr er mit seinem Vater zur See und nahm über ein Jahrzehnt lang an der saisonalen Fischerei der Lofoten teil – eine prägende Erfahrung mit extremem Wetter, harter Arbeit und dem eigentümlichen Licht des hohen Nordens, die sein gesamtes Schaffen als Maler definieren sollte. Nach Jahren als Ladenbesitzer in Svolvær, Postangestellter, Schiffsangestellter und schließlich Fischhändler in Oslo ging er um 1920 in Konkurs und wandte sich ohne formale Ausbildung der Malerei zu.
Berger verbrachte den frühen Teil seiner Karriere damit, Leinwände auf den Straßen von Oslo zu verkaufen und sich auf Plakaten als "der Lofotenmaler Einar Berger" anzupreisen. Die entscheidende Wende kam 1932, als er eine Ausstellung deutscher Expressionisten in Oslo besuchte. Die Auseinandersetzung mit der deutschen Schule – kräftiger Pinselstrich, verdichtete Farbe, rohe emotionale Energie – gab ihm die visuelle Sprache für die Bildwelten, die er bereits aus seinen Jahren auf See mit sich trug. 1933 gab ihm ein Osloer Kunsthändler eine Einzelausstellung; die Verkäufe liefen schnell und Einladungen aus dem Ausland folgten.
Berger stellte anschließend in Berlin, Paris, den Niederlanden, Schweden, Italien, New York und Chicago aus. Werke gelangten in die Sammlung des Musée du Jeu de Paume in Paris, einem der führenden Häuser für moderne ausländische Kunst in Europa zu dieser Zeit. Sowohl König Haakon VII. als auch Kronprinz Olav erwarben Werke aus seinen Ausstellungen, ein Zeichen der offiziellen Anerkennung, die ihm aufgrund seines unkonventionellen Hintergrunds lange verwehrt geblieben war.
Seine Motive sind fast ausschließlich die See rund um die Lofoten – Fischerflotten im Hafen, Boote auf offener See, winterliche Fischlandestationen, Sturmszenen. Seine Malweise ist rau und direkt, mit dickem Impasto und starken Kontrasten von Ocker, Blau, Braun und Weiß, um die physischen Bedingungen der nordischen Fischerei zu vermitteln. Er gilt als einer der letzten Maler in der Lofoten-Tradition, die früher von Gunnar Berg und Adelsteen Normann begründet wurde, obwohl sein expressionistischer Ansatz ihn von der naturalistischeren Manier seiner Vorgänger unterscheidet.
Berger starb 1961. Werke von ihm befinden sich in der Galleri Lofoten in Henningsvaer und in privaten norwegischen und skandinavischen Sammlungen. Auf Auctionet und nordischen Auktionsplattformen erscheinen seine Gemälde fast ausschließlich bei norwegischen Häusern – vor allem bei Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo, das die große Mehrheit seiner 32 verzeichneten Auktionsauftritte ausmacht. Signierte Ölgemälde von Lofoten-Hafenszenen erzielten bis zu 17.000 NOK, wobei Lofoten-Küstenmotive durchweg das stärkste Interesse der Sammler hervorrufen.