
KünstlerNorwegiangeb.1855–gest.1930
Edvard Diriks
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Karl Edvard Diriks (1855–1930) wurde in Christiania, dem heutigen Oslo, in eine angesehene norwegische Familie geboren. Sein Großvater war der Regierungsminister Christian Adolph Diriks, und er war ein Cousin von Edvard Munch. Er absolvierte zunächst von 1874 bis 1875 eine Ausbildung zum Architekten in Karlsruhe und wechselte dann an die Bauakademie in Berlin, wo er neben Christian Krohg studierte und sich mit Hans Gude, Frits Thaulow und Max Klinger anfreundete. Die architektonische Ausbildung hinterließ ihre Spuren in der strukturellen Klarheit, die selbst seine atmosphärischsten Leinwände kennzeichnet.
Bei einem ersten Besuch in Paris 1882–83 kam Diriks mit dem französischen Impressionismus in Berührung, was seine Praxis völlig neu ausrichtete. Er fühlte sich besonders zu Renoir und Monet hingezogen, und die Darstellung von Licht auf Wasser wurde zum zentralen Thema seiner Arbeit. 1892 ließ er sich in Drøbak am Oslofjord nieder, im selben Jahr heiratete er die schwedischstämmige Bildhauerin Anna Diriks, und die wechselnden Stimmungen des Fjords lieferten ihm bis zu seinem Lebensende Motive. Seine Hafen- und Küstenbilder aus den norwegischen Jahren zeigen eine direkte, energische Pinselführung, kombiniert mit einem scharfen Blick für Atmosphäre.
Von etwa 1899 bis 1922 verbrachte Diriks längere Zeit in Paris und integrierte sich in das Milieu von Montparnasse. Von französischen Zeitgenossen, die in seinem Werk eine kraftvolle, elementare Qualität sahen, wurde er als „der skandinavische Riese“ und „Maler der Winde“ bezeichnet. 1907 wurde ihm die Légion d'honneur verliehen, ein Anlass, der mit einem Bankett von Freunden, darunter Auguste Rodin, Antoine Bourdelle und Paul Fort, gefeiert wurde. Er stellte in ganz Frankreich aus und wurde als ernstzunehmende Persönlichkeit innerhalb der internationalen Avantgarde dieser Zeit anerkannt.
Diriks wechselte mit gleicher Leichtigkeit zwischen norwegischen Küstenmotiven, Pariser Straßen- und Parkszenen sowie Landschaften der Île-de-France. Seine späte Karriere kehrte zum Oslofjord zurück, wo er Ansichten von Drøbak, Pipervika und den inneren Ausläufern des Fjords schuf, die zu seinen sichersten Werken zählen.
Auf Auktionen wird Diriks fast ausschließlich von norwegischen Häusern gehandelt, wobei Grev Wedels Plass Auksjoner seinen Markt dominiert. Spitzenlose erreichten 120.000 NOK für bedeutende Kompositionen wie „Fra Drøbaksundet“ (1923) und „Vinterdag i Paris“, wobei Hafen- und Fjordansichten aus den 1910er und 1920er Jahren durchweg ernsthafte Gebote auf sich ziehen. Seine französischen Verbindungen und die Légion d'honneur verleihen ihm eine internationale Geschichte, die Preise über den rein heimischen impressionistischen Markt hinaus stützt.