DS

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De Sede

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Alles, was De Sede wurde, begann in einer Sattlerei. 1962 gründete der Sattlermeister Ernst Lüthy in Klingnau, einer Gemeinde im Schweizer Kanton Aargau, unter dem Namen Stern Polster Klingnau eine kleine Werkstatt. Die Kernkompetenz der Werkstatt war die handwerkliche Verarbeitung von gegerbten Bullenhäuten und die Präzision, die die Sattlerei erfordert: exaktes Zuschneiden, straffe Nähte, Oberflächen, die körperlicher Belastung standhalten mussten, übertrugen sich direkt auf Möbel. Bis 1965 war das Unternehmen als Aktiengesellschaft unter dem Namen De Sede, vom Lateinischen und grob übersetzt „vom Sitz“, eingetragen.

Die 1970er Jahre verwandelten De Sede von einer angesehenen Schweizer Werkstatt in ein international anerkanntes Designhaus. Das 1972 vorgestellte und von Ueli Berger, Eleonore Peduzzi Riva, Heinz Ulrich und Klaus Vogt entworfene DS-600 war das entscheidende Objekt. Das wegen seiner modularen Struktur aus einzelnen, durch Leder- und Reißverschluss-Scharniere verbundenen Sesselnteilen fast spöttisch „Non-Stop“-Sofa genannte Möbelstück konnte unendlich erweitert werden und sich in vom Besitzer vollständig bestimmten Konfigurationen über einen Boden schlängeln und winden. Die Form war inspiriert vom Tatzelwurm, einem mythischen schlangenartigen Wesen aus der Alpenfolklore. Eine Zusammenstellung von DS-600-Einheiten wurde schließlich ins Guinness-Buch der Rekorde als die längste Sofakonfiguration der Welt aufgenommen. Das Stück wird bis heute produziert.

Das 1969 eingeführte Tagesbett DS-80, das die Patchwork-Ledertechnik von De Sede einführte, und das DS-76 von 1972, ein Sofa-Bett, das sich in wenigen Schritten ohne mechanische Hilfsmittel umwandeln lässt, etablierten ein Muster der funktionalen Problemlösung, das parallel zu den skulpturalen Ambitionen des DS-600 lief. Jedes Modell zeigte, dass die Ursprünge des Unternehmens im Sattlerhandwerk keine dekorative Geschichte, sondern operative Logik waren: Das Leder musste sich mit dem Körper bewegen, seine Form behalten und ohne Versagen altern.

In den folgenden Jahrzehnten erweiterte De Sede seine Liste von Kooperationspartnern weit über seine Gründungsdesigner hinaus. Architekten und Industriedesigner, darunter Santiago Calatrava, Gordon Guillaumier und Philippe Malouin, haben jeweils Stücke zur Kollektion beigetragen. Das Unternehmen produziert derzeit jährlich mehr als 11.000 Möbelstücke und exportiert rund 70 Prozent seiner Produktion in über 40 Länder, mit besonderer Marktdichte in der deutschsprachigen Schweiz, was sich in der Auktionsgeografie von De Sede-Stücken widerspiegelt, die bei deutschen und österreichischen Häusern auftauchen.

Bei Auktionen erzielt das DS-600 auf dem De Sede-Sekundärmarkt durchweg die höchsten Preise. Exemplare in Originalleder, insbesondere in den Farben Weinrot, Cognac und Naturleder, wecken ernsthaftes Sammlerinteresse. Das Tagesbett DS-80 und das Schlafsofa DS-76 folgen dicht dahinter und werden sowohl für ihre Lederqualität als auch für die funktionale Klarheit geschätzt, die sie über fünf Jahrzehnte hinweg relevant gehalten hat. Die Präsenz von De Sede in nordischen und europäischen Auktionssälen spiegelt eine anhaltende Nachfrage nach Schweizer Mid-Century-Ledermöbeln wider, die keine Anzeichen einer Abkühlung zeigt.

Bewegungen

Swiss Mid-Century DesignFunctionalismOrganic Design

Medien

Leather upholsteryModular furnitureFoam and hide construction

Bemerkenswerte Werke

DS-600 'Non-Stop' Sofa1972Leather, foam, hide-and-zipper modular connectors
DS-80 Daybed1969Patchwork leather, foam
DS-76 Sofa Bed1972Leather upholstery, steel frame
DS-1000 Chaise Longue2019Leather, steel

Auszeichnungen

German Design Award2019

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