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KünstlerGermangeb.1897–gest.1977

Conrad Felixmüller

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Conrad Felixmüller wuchs in Dresden als Conrad Felix Müller auf, Sohn eines Fabrikarbeiters, und studierte bereits in seinen frühen Teenagerjahren an der Dresdner Kunstgewerbeschule. Seinen verkürzten Nachnamen wählte er als eine Art künstlerische Erklärung – kompakt, bestimmt, unverkennbar. Bereits 1916, noch als Teenager, stellte er zusammen mit Lyonel Feininger in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm in Berlin aus, der damals wichtigsten Plattform für Avantgarde-Kunst in Deutschland.

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Sein Kriegsdienst als Sanitäter statt als Soldat entsprach der ideologischen Richtung, in die er sich bewegte. 1917 war er Mitbegründer der Expressionistischen Arbeitsgemeinschaft Dresden und trat im folgenden Jahr der Kommunistischen Partei Deutschlands bei. Er veröffentlichte Holzschnitte und Zeichnungen in linken Zeitschriften und wurde Präsident der Dresdner Neuen Sezession Gruppe 19, die er zusammen mit Otto Dix – einem jüngeren Künstler, dem er auch im Kupferstich unterrichtete – mitbegründet hatte. Politik und Ästhetik waren für Felixmüller dasselbe Gespräch.

Die Masse seiner grafischen Werke ist in ihrer Disziplin atemberaubend: 461 Holzschnitte, 150 Kupferstiche und 88 Lithografien. Neben Heckel und Kirchner trug er dazu bei, die Druckgrafik wieder zu einer primären und nicht nur sekundären Kunstform zu machen. Seine Motive reichten von Arbeiterpaaren und Fabrikarbeitern bis hin zu zärtlichen Porträts seiner Frau und Kinder. Die expressionistischen Verzerrungen, die seine frühe Karriere prägten, begannen sich Mitte der 1920er Jahre zu mildern, als er sich dem kühleren, beobachtenden Register der Neuen Sachlichkeit zuwandte – sein letztes vollständig expressionistisches Gemälde, „Der Tod des Dichters Walter Rheiner“, stammt aus dem Jahr 1925.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten machte jahrzehntelange Museumspräsenz zunichte. Mehr als 150 seiner Werke wurden aus deutschen öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt, 40 davon erschienen 1933 in der Dresdner Ausgabe der Ausstellung „Entartete Kunst“, und weitere Werke in der berüchtigten Münchner Schau von 1937. Sein Atelier in Berlin wurde 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. Nach dem Krieg ließ er sich im ländlichen Sachsen nieder, bevor er eine Professur für Zeichnen und Malen an der Martin-Luther-Universität Halle annahm, wo er von 1949 bis 1961 lehrte. Seine letzten Jahre verbrachte er in Berlin und wandte sich städtischen Motiven zu.

Felixmüllers Druckgrafiken und Papierarbeiten erscheinen regelmäßig auf dem internationalen Markt, wobei große deutsche Häuser eine zentrale Rolle spielen. Auf Auctionist wurden alle 18 seiner katalogisierten Lose verkauft – hauptsächlich Druckgrafiken und Zeichnungen über Ketterer Kunst (12 Lose) und Grisebach (5 Lose), mit Spitzenergebnissen wie „Helgoland“ für 6.096 EUR. Sein Rekord bei internationalen Auktionen erreichte 1.136.000 USD für das Gemälde „Clemens Braun“ bei Sotheby's New York im Jahr 2005, was das breite Wertspektrum seiner grafischen und gemalten Werke unterstreicht.

Bewegungen

German ExpressionismNew ObjectivityNovembergruppe

Medien

WoodcutEtchingLithographyOil on canvasWorks on paper

Bemerkenswerte Werke

The Death of the Poet Walter Rheiner (1925)
Working-Class Couple (1920)
Clemens Braun (1925)
Depressed in Atelier (1917)
Self-Portrait (1919)

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