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Carl Straub
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Carl Straub war ein deutscher Möbeldesigner, dessen Schaffen sich über etwa vier Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts erstreckte, von der Nachkriegszeit bis zum Höhepunkt der brutalistischen Inneneinrichtungsbewegung. Seine frühesten dokumentierten Arbeiten erschienen in den 1950er Jahren unter dem Label Goldfeder, einem deutschen Hersteller, der Sofas und Sessel aus Massivholz und hochwertigen Polsterstoffen produzierte. Diese frühen Stücke spiegeln den Übergang zwischen den weichen organischen Linien des europäischen Nachkriegsdesigns und der kantigeren Formensprache wider, die sein späteres Werk prägen sollte.
In den 1960er Jahren entwickelte Straub ein Sitzmöbel-Vokabular, das auf Teak- und Eichenholzrahmen mit Lederpolstern basierte, oft in Cognac- und Brauntönen. Einige dieser Stücke wurden unter dem Namen Gold Feather vermarktet, einer Variantenmarke, die auf skandinavischen Exportmärkten verwendet wurde, und ihre Konstruktionsqualität und Silhouette wiesen häufig Vergleiche mit dem dänischen Mid-Century-Design auf. Ob Straub mit skandinavischen Produktionspartnern zusammenarbeitete oder diese Ästhetik einfach in einen deutschen Kontext aufnahm, bleibt aus den erhaltenen Dokumenten unklar.
Sein markantestes Werk entstand in den 1970er Jahren, als er eine Reihe von brutalistischen Loungesesseln und Sitzgruppen aus massiver Eiche in Kombination mit Schiefer, Leinen, Leder und Bouclé produzierte. Diese Stücke bevorzugten Geometrie gegenüber Komfort: schwere horizontale und vertikale Elemente, freiliegende Holzverbindungen und Polster, die mit Lederschnallen oder Leinenlaschen befestigt waren. Couchtische aus derselben Zeit kombinierten dicke Schieferplatten mit Eichenholzsockeln und behandelten Gewicht und Materialkontrast als primäre Designwerte. Ein Space-Age-Loungesessel und ein Tischset aus den frühen 1980er Jahren zeigen, dass er auch eine weichere, futuristischere Richtung einschlagen konnte.
Biografische Details über Straub selbst – Geburts- und Sterbedaten, formale Ausbildung, Atelierstandort – sind in öffentlichen Aufzeichnungen nicht schlüssig ermittelt worden. Sein Name ist durchweg mit einem erkennbaren Werk verbunden, und das Ausmaß seiner Produktion deutet auf eine professionelle Werkstatt hin, eher als auf einen einzelnen Handwerker, aber die Dokumentation seiner Praxis bleibt im Vergleich zu Zeitgenossen, die für besser archivierte Hersteller arbeiteten, dünn.
Auf dem Sekundärmarkt erzielen seine brutalistischen Sitzmöbel ein beständiges Interesse, insbesondere Sets aus Eiche und Leder aus den 1970er Jahren. Auf dem nordischen Auktionsmarkt, der auf Auctionist durch 14 Lose bei Stockholms Auktionsverk und Rheinveld Auktionen vertreten ist, erscheint seine Arbeit hauptsächlich als Stühle, Sessel und Beistelltische. Die Verkaufspreise auf diesem Markt reichten von rund 3.400 SEK für eine Gruppe von Sperrholz- und Glassesseln bis zu 9.508 SEK für ein Set brutalistischer Eichenstühle, was auf eine bescheidene, aber stabile Sammlernachfrage nach skandinavisch ausgerichteten Beispielen seiner in Deutschland gefertigten Werke hindeutet.