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Carl Palme
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Carl Adolf Palme wurde am 9. Juli 1879 in Stockholm in eine Familie von erheblichem gesellschaftlichem Ansehen geboren. Sein Vater, Henrik Palme, war der Gründer von Djursholms Villastad, und das Familiengut war Svalnäs. Er wuchs mit Französisch als Zweitsprache auf, ein Umstand, der sich für seine Karriere als folgenreicher erweisen sollte als jede formale Ausbildung.
Nach seinem Studium an der Slade School of Fine Art in London zwischen 1900 und 1901 zog Palme nach München, wo er von 1902 bis 1904 die von Wassily Kandinsky geleitete Schule Phalanx besuchte. Dort lernte er Kandinsky sowie die Malerin Gabriele Münter gut kennen. Im Jahr 1903 war Palme Beauftragter der Van-Gogh-Ausstellung der Phalanx-Gruppe – eine der frühesten Präsentationen von Van Goghs Werk in Deutschland –, eine Rolle, die ihn zu einem entscheidenden Zeitpunkt an die Schnittstelle der europäischen Avantgarde brachte.
Seine Französischkenntnisse bereiteten den Boden für seinen historisch bedeutendsten Beitrag. Als Palme 1907 in Paris ankam, wurde er der erste schwedische Schüler von Henri Matisse. Er war die treibende Kraft hinter der Académie Matisse, einer kollektiven Einrichtung, in der eine Gruppe hauptsächlich skandinavischer Künstler ein großes Pariser Atelier mietete, wo Matisse jeden Samstag zur Besprechung und Kritik ihrer Arbeiten erschien. Zu denjenigen, die die Schule besuchten, gehörten Isaac Grünewald, Sigrid Hjertén, Leander Engström, Arvid Fougstedt, Einar Jolin, Birger Simonsson und Arthur Percy – Künstler, die eine Generation der schwedischen Moderne prägten. Palme selbst reflektierte später über diese Zeit in seinen Memoiren Konstens Karyatider aus dem Jahr 1950, einem reich illustrierten Bericht über seine Jahre unter Künstlern in Paris, Italien, Russland und Deutschland.
Ab 1914, nach Kontakt mit dem Künstler Emil Olrik in Berlin, verlagerte Palme seinen Schwerpunkt auf den Farbholzschnitt. Er entwickelte eine sorgfältige Mehrblocktechnik, bei der er seine Motive in Harthölzern – Mahagoni, Linde, Birne und Kirsche – schnitzte, wobei für jede Farbe ein Block geschnitten wurde und die Auflagen auf maximal zwanzig signierte Abzüge limitiert waren. Die Motive waren Landschaften, mediterrane Szenen und nordische Interieurs. Er malte auch weiterhin in Öl und Tempera und schuf im Laufe seiner Karriere Aquarelle und Zeichnungen. Von 1933 bis zu seinem Tod lebte und arbeitete er in der Villa Fostorp in Katrineholm.
Seine Werke befinden sich im Nationalmuseum, Moderna Museet, Göteborg Museum of Art, Malmö Museum und in Sammlungen in Norrköping, Linköping, Karlstad, Warschau und New York. Auf dem Auktionsmarkt erscheinen seine Drucke und Mixed-Media-Arbeiten regelmäßig bei schwedischen Häusern wie Uppsala Auktionskammare und Stockholms Auktionsverk. Aquarelle wie „Från Arilds Läge“ (1924) wurden für 800 EUR verkauft, Ölgemälde für rund 2.500 SEK und Holzschnitte typischerweise im Bereich von 350 bis 630 SEK. Die bescheidene Preisspanne spiegelt seine Position als historisch bedeutende, aber nicht weithin berühmte Persönlichkeit wider – besser bekannt als der Katalysator, der Matisse zu schwedischen Künstlern brachte, als als eigenständiger bedeutender Maler.