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Carl Malmsten
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Carl Malmsten wurde am 7. Dezember 1888 in Stockholm, Schweden, geboren. Er ließ sich zum Tischler ausbilden und entwickelte früh die Überzeugung, dass Möbel in schwedischen Handwerkstraditionen verwurzelt sein sollten und nicht industriellen Produktionsmethoden folgen. Dies stellte ihn in bewussten Gegensatz zur funktionalistischen Bewegung, die in der Zwischenkriegszeit einen Großteil des europäischen Designs dominierte.
Malmsten erregte erstmals 1916 große Aufmerksamkeit, als er einen Wettbewerb für die Gestaltung von Möbeln für das Stockholmer Rathaus (Stadshuset) gewann, ein Auftrag, der seinen Ruf über Nacht etablierte. In den 1920er Jahren stattete er die Stockholmer Konzerthalle (Konserthuset), das Schloss Ulriksdal und das Schwedische Institut in Rom aus. Das Waldorf Astoria in New York beauftragte ihn ebenfalls mit der Gestaltung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen für Schlafzimmer, Salons und Speisesäle, was seiner Arbeit eine internationale Plattform verschaffte, zu einer Zeit, als schwedisches Design im Ausland Anerkennung fand.
Seine Designsprache schöpfte aus Formen der italienischen Renaissance und schwedischen Möbeln des 18. Jahrhunderts, übersetzt durch präzise Tischlerkunst in Stücke, die sich eher heimelig und taktil als programmatisch anfühlten. Zu seinen beständigsten Modellen gehört der Stuhl Lilla Åland, der 1942 nach einem Besuch der Kirche von Finström auf den Åland-Inseln entworfen wurde, wo ihn ein Stapel Windsor-Stuhl-Modelle beeindruckte. Das Design ist seitdem in kontinuierlicher Produktion.
Malmsten hinterließ ebenso durch Lehre wie durch Objekte einen bleibenden Eindruck. Er gründete zwei Schulen: die Carl Malmsten Furniture Studies in Lidingö bei Stockholm, die im Jahr 2000 Teil der Universität Linköping wurde, und Capellagården auf der Insel Öland, die weiterhin Kurse in Tischlerei, Textilhandwerk, Keramik und ökologischem Gartenbau anbietet. Im Laufe seiner Karriere produzierte er mehr als 10.000 Möbelmodelle sowie etwa 20.000 Zeichnungen und detaillierte Werkstattspezifikationen.
1945 wurde ihm die Prinz Eugen Medaille verliehen, eine der wichtigsten schwedischen Auszeichnungen für Verdienste um die Künste. Malmsten starb am 13. August 1972 auf Öland, der Insel, die für sein späteres Leben und seine Lehre zentral geworden war.
Auf Auktionen sind Malmstens Möbel eine regelmäßige Präsenz bei skandinavischen Designverkäufen. Allein auf Auctionist sind über 1.300 Lose verzeichnet, seine Stühle, Sofas und Schränke zirkulieren stetig auf dem nordischen Markt, wo sein Name über Generationen hinweg ein beständiges Sammlerinteresse genießt.