CF

KünstlerAustriangeb.1874–gest.1952

Carl Fahringer

0 aktive Artikel

Carl Fahringer wurde am 25. Dezember 1874 in Wiener Neustadt, einer Industriestadt südlich von Wien, geboren und trat 1892 in die Wiener Akademie der bildenden Künste ein. Dort studierte er bei Sigmund L'Allemand, Christian Griepenkerl und August Eisenmenger, den dominierenden akademischen Malern des späten neunzehnten Jahrhunderts in Österreich. 1898 setzte er seine Ausbildung in München an der Kunstakademie bei Carl von Marr fort und rundete damit eine Ausbildung ab, die von den beiden großen deutschsprachigen Kunstzentren der damaligen Zeit geprägt war.

Früh in seiner Karriere arbeitete Fahringer hauptsächlich als Tiermaler und Buchillustrator. Seine Besuche im Tiergarten Schönbrunn in Wien brachten ihm genau beobachtete Studien exotischer Tiere – Tiger, Affen, Raubvögel – ein, die ihm Anerkennung als einer der fähigsten Vertreter des Genres in Österreich einbrachten. Neben den Tiergartenstudien verliehen ihm seine frühen Reisen durch Italien, den Balkan, die Türkei und Ägypten seinen Werken eine rastlose, dokumentarische Qualität: Märkte, Straßenszenen, Tierhändler, Wüstenlicht. Diese Reisen legten den Grundstein für eine Praxis, die stets von direkter Beobachtung und nicht von Ateliererfindungen geprägt war.

Zwischen 1920 und 1930 unternahm Fahringer eine Reihe ausgedehnter Reisen in die Niederlande und von dort in die Niederländisch-Indischen Kolonien, besuchte Java, Bali und die Sundainseln. Die Begegnung mit tropischer Fauna und radikal anderen Landschaften veränderte seinen Ansatz. Abgehend von der Präzision seiner frühen Tierstudien entwickelte er eine lockerere, atmosphärischere Manier – breite Pinselstriche, wärmeres Licht, Kompositionen, die Figuren und Tiere in ihre Umgebung aufnahmen. Der orientalistische Zug in seinem Werk aus dieser Zeit, einschließlich seines großen Gemäldes "Eine Vision des Propheten Mohammed", stellte ihn in eine lange europäische Tradition von Malern, die den Orient als Spektakel verarbeiteten, aber Fahringers Version war stets in direkter Feldbeobachtung verankert.

Während des Ersten Weltkriegs diente Fahringer als Freiwilliger und dokumentierte die Front. Seine Kriegzeichnungen und -gemälde bilden ein eigenes Kapitel in seiner Karriere, das sich deutlich vom Exotismus abhebt, der ihnen vorausging und folgte.

Von 1929 bis 1945 lehrte er an der Wiener Akademie der bildenden Künste und leitete eine Meisterklasse für Tiermalerei. Seine institutionelle Präsenz trug zur Prägung einer Generation österreichischer Maler bei, die in der figurativen Tradition arbeiteten. Er starb am 4. Februar 1952 in Wien im Alter von 78 Jahren. Seine Werke sind im Belvedere, der Albertina, dem Wien Museum, dem Leopold Museum und dem Heeresgeschichtlichen Museum vertreten.

Auf dem Auktionsmarkt taucht Fahringer regelmäßig bei Wiener Auktionshäusern auf. Alle 17 Werke in der Auctionist-Datenbank sind als Gemälde klassifiziert, 3 davon sind derzeit aktiv. Die überwiegende Mehrheit wurde im Kinsky in Wien verkauft, wobei das höchste verzeichnete Ergebnis 50.000 EUR für "Eine Vision des Propheten Mohammed" war, gefolgt von 13.000 EUR für "Papagei und weisser Kakadu" und 8.000 EUR für "Markt auf Bali". Die Bandbreite dieser Ergebnisse spiegelt die Breite seines Themenspektrums wider: Der Markt für sein orientalisches und tierbezogenes Werk tendiert dazu, seine niederländische Landschaftsperiode zu übertreffen.

Bewegungen

ImpressionismOrientalismAcademic Realism

Medien

Oil on canvasDrawingBook illustration

Bemerkenswerte Werke

Eine Vision des Propheten Mohammed1911oil on canvas
Papagei und weisser Kakaduoil on canvas
Markt auf Balioil on canvas
Animal study from Schonbrunn1913drawing

Top-Kategorien