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Bruno Rey
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Bruno Rey wurde 1935 in Brugg im Schweizer Kanton Aargau geboren. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Möbelschreiner und schrieb sich 1957 an der Kunstgewerbeschule Zürich ein, wo er 1960 die Innenarchitekturklasse von Willy Guhl abschloss. Es folgten mehrjährige Wanderjahre und Anstellungen in Architekturbüros, bevor er 1968 in Baden sein eigenes Atelier für Architektur und Industriedesign eröffnete.
Seine Zusammenarbeit mit dem Schweizer Möbelhersteller Dietiker in Stein am Rhein prägte den Verlauf seiner Karriere. Der Stuhl, der aus dieser Partnerschaft hervorging, Modell 3300, ging 1971 in Serie. Sein charakteristisches Merkmal war eine patentierte schraubenlose Verbindung von Metall und Holz: Die Stuhlbeine sind über eine Aluminiumkonsole mit der Sitzfläche verbunden, die ursprünglich von Hand sandgegossen und später im Kokillengussverfahren hergestellt wurde. Die gesamte Konstruktion beruht auf Klebeverbindungen statt auf Beschlägen. Dietiker patentierte die Konstruktion 1972 und machte sie zum ersten patentierten Stuhl des Unternehmens. Das Schweizer Museum für Gestaltung in Zürich bezeichnete ihn später als das erfolgreichste Schweizer Möbelstück aller Zeiten, mit über 1,5 Millionen verkauften Exemplaren in fünf Jahrzehnten.
Parallel zu seiner Arbeit mit Dietiker entwarf Rey zwischen 1970 und 1979 Stühle für den deutschen Hersteller Kusch+Co, darunter eine Reihe von stapelbaren Ess- und Stühlen mit Armlehnen aus Leder und Buche. Zusammen mit dem Designer Charles Polin entwickelte er unter anderem weitere Stücke für Hiller Objektmöbel und Plank GmbH. Er war auch außerhalb des Möbeldesigns tätig: Rey entwarf die Inneneinrichtung des Kontrollraums für das Kernkraftwerk Mühleberg im Kanton Bern und schuf Außenpflanzgefäßsysteme aus Faserzement für die Eternit AG.
Das zweite Leben des Rey Chair begann 2022, als HAY in Partnerschaft mit Dietiker die gesamte Kollektion in erweiterten Abmessungen und einer Reihe neuer Farben neu auflegte. Die Zusammenarbeit machte den Stuhl einer Generation bekannt, die seine Ursprünge nicht kannte, während die ursprüngliche Produktionsmethode unverändert beibehalten wurde. Rey starb 2019, drei Jahre vor der Wiederbelebung.
Auf dem nordischen Auktionsmarkt erscheint Bruno Reys Werk fast ausschließlich über die deutschen Niederlassungen von Stockholms Auktionsverk in Düsseldorf/Neuss und Köln, die zusammen die große Mehrheit seiner 32 auf Auctionist gelisteten Lose ausmachen. Sets des Rey Chair 33 in gebeizter Buche dominieren die Angebote, neben gelegentlichen Kusch+Co Esstischen aus den 1970er Jahren. Die höchsten verzeichneten Preise für Sets von drei bis vier Stühlen liegen bei etwa 10.000–12.000 SEK, was dieses Werk fest im Bereich des zugänglichen Mid-Century-Designs und nicht auf dem Sammlermarkt verankert.