BK

KünstlerGermangeb.1892–gest.1960

Bruno Krauskopf

0 aktive Artikel

Bruno Krauskopf wurde am 9. März 1892 in Marienburg, Westpreußen (heute Malbork, Polen) geboren. Mit vierzehn Jahren ging er nach Berlin, um eine Lehre als Chromolithograph zu absolvieren, ein Handwerk, das ihn mit Farbbeziehungen vertraut machte, bevor er sich der bildenden Kunst zuwandte. Ein Stipendium eröffnete ihm 1910 die Tür zum formellen Studium am Königlichen Kunstgewerbemuseum unter Professor Doeppler, und seine Ausbildung nahm die aufgeladene Atmosphäre Berlins am Vorabend des Ersten Weltkriegs auf.

Seine frühen institutionellen Verpflichtungen stellten ihn in den Mittelpunkt der deutschen Avantgarde. 1916 trat er der Freien Secession Berlin bei, einer abtrünnigen Ausstellungsgruppe, zu deren Mitgliedern Max Beckmann und Lyonel Feininger zählten. Zwei Jahre später, in den revolutionären Wochen des November 1918, gehörte Krauskopf zu den Gründern der Novembergruppe neben Max Pechstein, Georg Tappert und dem Architekten Erich Mendelsohn. Die Gruppe, die in dem Moment gegründet wurde, als die Weimarer Republik ausgerufen wurde, forderte eine radikale Erneuerung der Beziehung zwischen Kunst und öffentlichem Leben. Krauskopf gehörte zusammen mit Pechstein und dem Bildhauer Rudolf Belling dem Arbeitsausschuss an und blieb von 1917 bis 1933 Mitglied der Berliner Secession. In diesen Jahren entwickelte sich seine Malerei von den angespannten Energien des Expressionismus hin zu einem lockereren, farbgesättigteren Impressionismus, wobei Reisen durch Frankreich, Italien und Polen die Aufhellung seiner Palette befeuerten.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 zwang ihn zur Emigration. Krauskopf ließ sich in Stavanger, Norwegen, nieder, wo er eine aufgeschlossene künstlerische Gemeinschaft fand – Edvard Munch, Per Krogh und Henrik Sorensen boten ihm ihre Unterstützung an. 1934 zeigte das Stavanger Museum eine Ausstellung seiner Werke und verlieh ihm den Stavanger Museumspreis, ein Zeichen der Akzeptanz in seinem Wahlheimatland. Norwegische Motive – Hafenszenen, Landschaften aus Ryfylke, das dramatische Terrain Lofotens – brachten seine Farbinstinkte in Kontakt mit dem harten nordischen Licht. Als deutsche Truppen Norwegen besetzten, musste er erneut fliehen.

Er erreichte die Vereinigten Staaten in den späten 1940er Jahren und ließ sich in New York nieder. Mit der Unterstützung von George Grosz stellten die Weyhe Gallery und die Gallery Feigl seine Werke einem amerikanischen Publikum vor. 1952 wurde er in die Carnegie International Exhibition in Pittsburgh aufgenommen, eine der sichtbarsten Überblicksschauen zeitgenössischer Malerei dieser Zeit, wo er als zeitgenössischer amerikanischer Künstler auftrat. In diesen Jahren malte er Landschaften Neuenglands und Motive aus New York und stellte auch in Paris, Bordeaux, Marseille, Basel und Bern aus.

1957 kehrte Krauskopf nach Berlin zurück, wo er am 23. Dezember 1960 starb. Die Berlinische Galerie besitzt sein Gemälde "Das Irrenhaus" von 1919 in ihrer Sammlung, ein Werk aus seiner politisch aufgeladensten Periode. Das Städel Museum in Frankfurt hat ebenfalls seine Werke dokumentiert.

Auf dem nordischen Auktionsmarkt erscheint Krauskopf hauptsächlich über norwegische Häuser – Grev Wedels Plass Auksjoner verzeichnet die Mehrheit seiner Lose, mit weiteren Auftritten bei Ketterer Kunst, Bukowskis Stockholm, Karl & Faber und Nyborgs Auksjoner. Die höchsten verzeichneten Preise auf Auctionist liegen bei 60.000 NOK für norwegische Motive, darunter "Fra Lofoten" und "Havneparti", mit mehreren Losen im Bereich von 10.000 NOK. Seine norwegischen Landschaftsbilder aus der Exilzeit, gemalt während eines Jahrzehnts freiwilligen Exils, sind die Werke, die auf dem skandinavischen Markt am aktivsten gesucht werden.

Bewegungen

ExpressionismGerman ImpressionismNovembergruppe

Medien

Oil on canvasGraphicsWatercolour

Bemerkenswerte Werke

Das Irrenhaus (The Madhouse)1919oil on canvas
Fra Lofotenoil on canvas
Havnepartioil on canvas

Auszeichnungen

Stavanger Museum Prize1934

Top-Kategorien