
KünstlerNorwegian
Bjørn Ransve
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Geboren am 16. Dezember 1944 in Oslo, trat Bjørn Ransve in einem prägenden Moment in das norwegische Kunstbildungssystem ein. Er studierte von 1962 bis 1964 an der Statens Håndverks- og Kunstindustriskole, in derselben Kohorte wie Odd Nerdrum und Sidsel Westbø, bevor er von 1964 bis 1968 an die Statens Kunstakademi in Oslo wechselte, wo Zeichnen und Malen seine Zeit dominierten.
Sein Malereidebüt im Jahr 1971 im Kunstnerforbundet in Oslo erregte sofort Aufmerksamkeit. Die Werke zeigten isolierte, frontal posierte Figuren, die Spuren der klassischen Porträttradition trugen, gefiltert durch das Bewusstsein für Edvard Munchs psychologische Schwere und Francis Bacons verzerrte Bildräume. Dieses Gefühl der Konfrontation, eine einzelne Figur oder Form, die direkt vor einem schlichten Hintergrund platziert ist, wurde im Laufe seiner Karriere zu einer wiederkehrenden strukturellen Entscheidung und nicht zu einer vorübergehenden Phase.
In den 1970er und 1980er Jahren bewegte sich Ransve auf für die damalige Zeit ungewöhnliche Weise zwischen Figuration und nicht-gegenständlicher Malerei. Er arbeitete ab den späten 1960er Jahren mit dem Harlekin als wiederkehrendem Motiv, aber erst um 1980 wurde diese Figur zum Zentrum einer anhaltenden Serie von Gemälden, darunter die Werke "Shiny Harlequin". Daneben schuf er die "Mirror Series" und die "Anti-Triptychon"-Gemälde der frühen 1980er Jahre, Werke, die formale Konventionen gegeneinander ausspielten. 1987 wurde im Kunstnernes Hus in Oslo eine große Retrospektive mit Werken von 1965 bis 1987 präsentiert, die seinen Rang in mehr als zwei Jahrzehnten norwegischer Malerei festigte.
Seine Skalen reichen dramatisch von kleinen Zeichnungen bis zu Leinwänden, die fünfzehn Meter breit sind. Diese Flexibilität des Formats ist Teil einer breiteren Weigerung, sich auf eine einzige Ausdrucksform festzulegen. Er hat parallel dazu sowohl figurative als auch abstrakte Arbeiten fortgesetzt, und neuere Werke – sichtbar in der Sammlung des Nationalmuseums durch Stücke wie "Balancing Form" (2017) und "Abstrakt form I" (2019) – zeigen die gleiche Bereitschaft, von verschiedenen Prämissen aus neu zu beginnen.
Ransves Werk ist im Nationalmuseum in Oslo, im Lillehammer Kunstmuseum, im Norwegischen Museum für Zeitgenössische Kunst und in Privatsammlungen in ganz Skandinavien vertreten. Im Jahr 2023 wurde er zum Kommandeur des Ordens des Heiligen Olav ernannt. Auf dem Auktionsmarkt erscheinen seine Werke fast ausschließlich über Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo, wo 36 Werke in der Auctionist-Datenbank verzeichnet sind. Zu den Spitzenergebnissen gehören "Circle III" für 190.000 NOK, "Skinnende hjerte" für 180.000 NOK und mehrere Kompositionen aus den 1980er und 2000er Jahren, die 130.000 bis 150.000 NOK erzielten.