
KünstlerNorwegian
Bjarne Engebret
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Bjarne Engebret wurde am 5. November 1905 in Kristiania geboren und reifte als Maler in einer der turbulentesten Perioden der norwegischen Kunst heran. Er wurde zunächst von Bjorn Smith-Hald und Torstein Torsteinson ausgebildet, bevor er an die Staatliche Kunstakademie in Oslo wechselte, wo er von etwa 1930 bis 1932 unter Axel Revold studierte. Revold, der selbst bei Henri Matisse studiert hatte, war ein entscheidender Einfluss auf Engebrets frühes Gespür für kräftige Farben und vereinfachte Formen. Engebret stellte erstmals 1928 auf der Herbstausstellung aus und zeigte seine Werke auch in den folgenden Jahrzehnten dort.
In den frühen 1930er Jahren schloss sich Engebret einer Gruppe norwegischer Maler an, die sich an der zeitgenössischen deutschen Malerei als Vorbild für radikalen Modernismus orientierten. Seine Werke aus dieser Zeit sind geprägt von unmodulierten Farbflächen, starken Konturen und einer bewussten Ablehnung illusionistischer Tonmalerei. Bis 1935 hatte er sich vollständig der nicht-figurativen Malerei zugewandt und abstrakte Bilder im Kunstnernes Hus ausgestellt, was für einen norwegischen Maler zu dieser Zeit eine ungewöhnlich kompromisslose Haltung darstellte. In dieser Zeit erhielt er auch Aufträge für angewandte Kunst: Er dekorierte 1934 das Restaurant Tostrupkjelleren und 1937 das KNA-Restaurant, letzteres wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Von den späten 1930er Jahren an wandte sich Engebrets Werk wieder erkennbareren Motiven zu, obwohl es nie in konventionellen Realismus überging. Er malte Figuren, Interieurs, Außenszenen und Arbeiter mit konstruktiver Ökonomie – die Bildebene wurde in facettierte Farbzonen gegliedert, die an die Herangehensweise seines Zeitgenossen Harald Dal erinnerten. Das Gemälde 'Trær, Sagene' (1948), das im selben Jahr auf der Herbstausstellung gezeigt wurde, gilt als einer der klarsten Ausdrücke dieser reifen Phase: straff organisiert, frontal strukturiert und frei von jeder dekorativen Weichheit. Zwischen 1940 und 1961 leitete er eine private Malschule in Oslo, wo er diese Herangehensweise einer Generation jüngerer Künstler vermittelte.
Engebret hatte Einzelausstellungen im Kunstnerforbundet im Jahr 1942 und im Kunstnernes Hus in den Jahren 1956, 1964 und 1967. Seine Werke gingen in mehrere bedeutende öffentliche Sammlungen über, darunter das Nasjonalmuseet (das mindestens sieben Werke besitzt, darunter 'Komposisjon', 'Slattekarer' und 'Kvinner pa stranden'), Rolf Stenersens Samling, Oslo kommunes kunstsamlinger und das Kunstmuseum Göteborg in Schweden. Die Breite der institutionellen Vertretung bestätigt seinen Rang innerhalb des norwegischen modernistischen Kanons, auch wenn er außerhalb von Fachkreisen weniger bekannt ist als einige seiner Zeitgenossen.
Auf Auktionen tauchen Engebrets Werke fast ausschließlich bei norwegischen Auktionshäusern auf. Auf Auctionist sind 12 der 13 in der Datenbank erfassten Objekte bei Grev Wedels Plass Auksjoner erschienen, ein Los bei Nyborgs Auksjoner. Die Titel umspannen seine verschiedenen Phasen: 'Circus 1937' aus den abstrakt geprägten Zwischenkriegsjahren, 'From Kampen 1942' und 'Interiør med figur 1944-45' aus der Kriegszeit und 'Trær - Sagene 1948' und 'Hus og jorder 1950' aus der konstruktiven Nachkriegsphase. Der höchste verzeichnete Preis in unserer Datenbank beträgt 15.000 NOK für 'Trær - Sagene 1948', ein Ergebnis, das sowohl die kunsthistorische Bedeutung dieses besonderen Werkes als auch das allgemein bescheidene Ausmaß seines Marktes widerspiegelt. International verzeichnet Blomqvist Ergebnisse im sechsstelligen NOK-Bereich für seine Gemälde.