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Bertil Gadö
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Karl Bertil Gadö wurde am 20. Juli 1916 in Malmö geboren, wo er sein ganzes langes Leben tief verwurzelt blieb. Seine formale Ausbildung begann an der Skånska målarskolan in Malmö zwischen 1933 und 1935, danach entwickelte er seine Praxis weitgehend im Selbststudium weiter. Das südschwedische Kunstmilieu der 1930er und 1940er Jahre war ein ungewöhnlich fruchtbarer Boden für experimentelle Malerei, und Gadö nahm darin einen besonderen Platz ein.
Ende der 1940er Jahre schloss sich Gadö den Imaginisterna an, einer in Malmö ansässigen Avantgarde-Gruppe, die 1948 von Max Walter Svanberg gegründet wurde. Die Gruppe orientierte sich an Künstlern wie Max Ernst und Paul Klee und wandte sich bewusst vom engen Illusionismus Salvador Dalís ab, zugunsten malerischerer, subjektiverer Ansätze zur surrealistischen Bildsprache. Weitere Mitglieder waren Carl-Otto Hultén, Anders Österlin und Gösta Kriland. Gadö nahm an der Ausstellung der Gruppe im Jahr 1949 im Malmö Museum und an nachfolgenden Ausstellungen in Hälsingborg und Stockholm im Jahr 1951 teil.
Bis 1952 hatte Gadö die Imaginisterna verlassen, da seine eigene Arbeit einen intensiver surrealistischen Charakter annahm. Im selben Jahr wurde er in die internationale surrealistische Gruppe Phoenix gewählt, die von Walter Grab organisiert wurde und ihn neben den deutschen Malern Edgar Ende und Rudolf Schlichter sowie dem schweizerisch-amerikanischen Künstler Kurt Seligmann stellte. Bereits 1951 hatte er an der ersten Biennale von São Paulo im Museo de Arte Moderna in Brasilien teilgenommen – eine bedeutende internationale Präsenz in einer frühen Phase seiner Karriere.
Gadös Werk durchlief in den folgenden Jahrzehnten mehrere Phasen, behielt aber einen durchgehenden Faden außerweltlicher Bildsprache bei. Er malte Landschaften, Straßenszenen und Blumenstillleben neben abstrakteren surrealistischen Kompositionen und arbeitete auch in Tusche- und Aquarellzeichnungen sowie im Druckgrafikverfahren. Um 1980 erreichte seine Praxis das, was zu seinem markantesten Werk wurde: Gemälde, die um kosmische Motive herum organisiert sind, mit klaren Konturlinien, die Räume umschließen, gefüllt in zurückhaltenden Braun- und Grautönen. Diese späteren Gemälde mit ihren Themen der Menschheit in Bezug auf den Kosmos stellen den nachhaltigsten Ausdruck seiner langen Karriere dar.
Seine Werke befinden sich in den Sammlungen des Moderna Museet und des Nationalmuseum in Stockholm sowie des Malmö Museum. Eine Monografie, "Bertil Gadö - Bilder om människa och kosmos" (Bilder von Mensch und Kosmos), wurde in Verbindung mit der Lunds universitet veröffentlicht. Gadö starb 2014 im Alter von 97 Jahren.
Auf dem schwedischen Auktionsmarkt erscheint Gadö hauptsächlich bei Auktionshäusern in Malmö, wobei allein Crafoord Auktioner 25 der 41 Lose im Auctionist-Index ausmachen. Seine Ölgemälde erzielen die stärksten Ergebnisse, wobei das Werk "Metropolis" 16.600 SEK erzielte und andere bedeutende Ölgemälde im Bereich von 9.000-9.500 SEK verkauft wurden. Zeichnungen und Druckgrafiken sind ebenfalls vertreten. Die Konzentration seines Marktes in Malmö spiegelt sowohl seine Biografie als auch das anhaltende lokale Sammlerinteresse an der südschwedischen Avantgarde wider.