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Atelier Fauni
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Atelier Fauni war ein finnisches Kunsthandwerksstudio, das 1952 in Naantali von Helena Kuuskoski und ihrem Ehemann, dem Schauspieler Martti Kuuskoski, gegründet wurde. Was als Möglichkeit begann, das Familieneinkommen aufzubessern, entwickelte sich zu einer der erfinderischsten Spielzeugherstellungsstätten in der nordischen Geschichte. Das Studio, das zunächst in Naantali tätig war, zog später nach Tusby und dann nach Träskända und erweiterte seine Belegschaft auf fast 200 Mitarbeiter in seiner Blütezeit.
Die frühe Produktion des Studios bestand aus einer eigenen Linie handgefertigter Stofftrolle, der sogenannten Fauni-Trolle, die von Helena und Martti selbst entworfen wurden. Diese skurrilen Kreaturen, gefertigt aus Leder, echtem Fell und Textilien, begründeten den Ruf der Werkstatt für taktile, charaktergetriebene Objekte zu einer Zeit, als das finnische Design internationale Aufmerksamkeit erregte.
Das prägende Kapitel in der Geschichte von Atelier Fauni begann 1955, als das Studio seine ersten Mumintal-Figuren produzierte. Tove Jansson, nachdem sie die Puppen gesehen und genehmigt hatte, erteilte dem Studio die Erlaubnis, Charaktere aus ihrem Mumintal-Universum zu erschaffen. Zwischen 1955 und 1971 produzierte Fauni 15 verschiedene Mumintal-Charaktere – darunter Mumimama, Mumintroll, Schnüferl, Schnupferich, Klein-My und die Tante des Hemulen – die jeweils mit Lederhaut, echtem Fellhaar und teilweise mit aus Marimekko-Stoffen genähten Kleidern handgenäht wurden. Die Figuren wurden erstmals bei Stockmann in Helsinki verkauft, wo sie sofort ausverkauft waren, sobald neue Chargen eintrafen.
Allein zwischen 1956 und 1958 wurden mehr als 11.000 Fauni-Mumins verkauft. Das Studio war fast zwei Jahrzehnte lang tätig, bevor es 1971 geschlossen wurde und ein endliches und unersetzliches Werk hinterließ.
Heute gehören die Figuren von Atelier Fauni zu den am aktivsten nachgefragten Objekten auf nordischen Sammlerauktionen. Die Kombination aus ihrer direkten Verbindung zu Tove Jansson, ihrer handgefertigten finnischen Handwerkskunst und ihrer materiellen Zerbrechlichkeit – Leder und Fell überdauern keine unvorsichtige Behandlung – bedeutet, dass gut erhaltene Exemplare erhebliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Auf Auctionist sind Fauni-Stücke bei Bukowskis Helsinki, Stockholms Auktionsverk und mehreren schwedischen Regionalhäusern aufgetaucht. Ein Paar Mumintal-Figuren erzielte 2.612 SEK, und ein einzelnes Schnüferl wurde bei Bukowskis Helsinki für 1.995 EUR verkauft. Mit 29 verzeichneten Auktionsauftritten und keinen aktuellen Angeboten kommen diese Stücke selten und wettbewerbsintensiv auf den Markt.