
KünstlerAustriangeb.1769–gest.1851
Anton Kothgasser
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Anton Kothgasser wurde am 9. Januar 1769 in Wien geboren und verbrachte praktisch sein gesamtes Berufsleben in derselben Stadt, hinterließ jedoch ein Werk, das heute in den Sammlungen des Metropolitan Museum of Art, des Art Institute of Chicago und des Victoria and Albert Museum zu finden ist. Seine Karriere wurde von zwei unterschiedlichen Institutionen geprägt – der Wiener Porzellanmanufaktur, wo er über fünf Jahrzehnte tätig war, und der intimen Werkstatt, die er unabhängig für die Glasmalerei gründete.
Kothgasser schrieb sich 1781 an der Wiener Kunstakademie ein und studierte Figurenzeichnen bei dem deutschen Maler Heinrich Füger. Ab 1784 war er bei der Wiener Porzellanmanufaktur angestellt, wo er zum bedeutendsten Dekorationsmaler des Hauses wurde – als Maler Nr. 96 geführt – und dort bis 1840 tätig war. In diesen sechsundfünfzig Jahren bemalte er Porzellantassen, Deckelgefäße und Zierwaren mit Veduten, Blumenarrangements, allegorischen Figuren und Porträtminiaturen, die das hauseigene Vokabular der gehobenen Wiener Dekorationskunst darstellten.
1811 kam der junge Gottlob Samuel Mohn nach Wien und führte Kothgasser in die transparente Emailmalerei auf Glas ein. Mohn hatte die Technik entwickelt, die transluzente Emailfarben verwendete, die bei relativ niedrigen Temperaturen gebrannt werden konnten, ohne das darunter liegende dünnwandige Glas zu beschädigen. Kothgasser nahm die Methode mit bemerkenswerter Geschwindigkeit an und übertraf bald seinen Lehrer in technischer Raffinesse, indem er um 1813 seine eigene Glasmalereiwerkstatt eröffnete.
Das Objekt, das er zu seinem eigen machte, war der Ranftbecher – ein konischer Becher mit einem charakteristischen gerippten Bodenring, dünnen Wänden und einer Form, die sich gut für detaillierte gemalte Dekorationen eignete. Kothgasser bemalte diese Becher mit Motiven, die von Blumenkörben und Rosen bis hin zu Ansichten Wiener Monumente wie dem Stephansdom und dem Josephsplatz, Porträts von Generälen und Adligen, Szenen aus Spielkarten und allegorischen Themen reichten. Der Zeitpunkt war günstig: Der Wiener Kongress (1814-1815) brachte Tausende von ausländischen Besuchern in die Stadt, und fein bemalte Glasbecher wurden zu den begehrtesten Souvenirs der Veranstaltung. Seine Stücke zirkulierten in ganz Europa als Geschenke und Andenken unter dem Adel und dem gehobenen Bürgertum.
Die in seinen bekannten Werken festgehaltenen Motive folgen konsistenten Kategorien. Sakrale Architektur – der Stephansdom, Karlsbad, Prag – erscheint häufig. Blumenkompositionen mit sentimentalen Inschriften wie "Ehret die Frauen" und personalisierte Namensakrosticha wurden zum Verschenken angefertigt. Porträts von Militärbefehlshabern und politischen Persönlichkeiten dokumentierten die Ereignisse der napoleonischen und nachnapoleonischen Ära. Durch all dies hindurch war die technische Leistung dieselbe: die leuchtende, juwelenartige Qualität des transparenten Emails, das es dem Licht ermöglichte, die Farbe zu durchdringen und vom darunter liegenden Glas zu reflektieren, was opake Emails nicht erreichen können.
Kothgasser erhielt ab 1811 Auszeichnungen für seine Arbeit und erhielt 1816 die offizielle Erlaubnis, neben seinen Fabrikpflichten zu Hause Glasmalerei zu betreiben. Er arbeitete bis zu seinem Tod in Wien am 2. Juni 1851 im Alter von zweiundachtzig Jahren.
Bei Auktionen werden Kothgassers Ranftbecher fast ausschließlich vom Wiener Haus im Kinsky gehandelt, das für alle 16 Lose in der Auctionist-Datenbank verantwortlich ist. Die Preise reichten von 7.500 bis 12.000 EUR für einzelne Becher, wobei ein "Blumenkorb"-Exemplar das höchste verzeichnete Ergebnis von 12.000 EUR erzielte. Werke, die seiner Werkstatt und nicht nur seiner Hand zugeschrieben werden, erzielen in der Regel niedrigere Preise, und der Zustand der bemalten Oberfläche ist der wichtigste Wertbestimmungsfaktor.