
KünstlerNorwegiangeb.1929–gest.2022
Anne-Lise Knoff
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Anne-Lise Knoff wurde am 10. Mai 1937 in Hamar, einer Stadt am Mjøsa-See im Binnenland Norwegens, geboren. Sie studierte bei Chrix Dahl und begann ihre Karriere als Grafikerin. Ihre Debütausstellung mit technisch raffinierten Kaltnadelradierungen im Miniaturformat fand um 1967 statt. Zu den frühesten Werken, die in Museumssammlungen aufgenommen wurden, gehörten „Liten sivilisasjon“, „Klede“, „Duk“ und „Phaëtons søstre“ (1969), die alle von der Nationalgalerie in Oslo erworben wurden. Diese frühen Radierungen zeigten bereits die ornamentale Präzision und die kleinformatige Intensität, die ihre Arbeit prägen sollten.
1964 konvertierte Knoff zum Katholizismus, und ihr Glaube wurde zur zentralen Ausrichtung ihrer visuellen Sprache. Es war keine dekorative Religiosität: Ihre Bilder setzten sich direkt mit katholischer Theologie, liturgischen Objekten, mittelalterlicher Buchmalerei und mystischer Literatur auseinander. Das von ihr entwickelte Formenvokabular – Goldgründe, architektonische Rahmungen, heraldische Farben – knüpfte an eine lange Tradition devotionaler Kunst an und bestand gleichzeitig auf der Subjektivität einer zeitgenössischen Künstlerin innerhalb dieser Tradition.
Ihr Durchbruch als Malerin gelang ihr 1972 mit einer Einzelausstellung im Kunstnerforbundet in Oslo. Die ausgestellten Werke waren grundlegend religiöse Bilder: Altarbilder in Struktur und Absicht, wenn auch gemalt statt geschnitzt. Titel aus den Jahren um diese Zeit – „Tabernakel“ (1979), „Jordklode, kirke, kors“ (1987), „Porten til det aller helligste“ (1989) – kartieren das ikonografische Territorium, das sie besetzte. Sie setzte sich auch ernsthaft mit mittelalterlichen und altnordischen literarischen Quellen auseinander. Ihre Serie zu Draumkvedet (1974), dem mittelalterlichen norwegischen Visionsgedicht, brachte Werke hervor, die Kritiker als reich verzierte Bilder mit anmutigen Blumenrahmen beschrieben. Sie illustrierte mehrere literarisch bedeutende Bücher, darunter Vera Henriksens „Hamarkrøniken“ (1976) und „Dronningsagaen“ (1982) sowie eine Interpretation von Solarljod (1980) von Ivar Orgland.
Knoffs Werk ist im Nasjonalmuseet, Oslo, vertreten, mit Werken wie „The School Trip“ (1976), „Tabernakel“ (1979) und „Phaëtons søstre“ (1976). Sie starb am 14. März 2005 in Norwegen.
Der Auktionsmarkt spiegelt sowohl die Stärke als auch die spezialisierte Natur ihrer Anziehungskraft wider. Alle 25 ihrer registrierten Lose sind über Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo gegangen. Die höchsten Preise erzielten ihre Altarbild-großen Gemälde: „Gotisk alterbillede“ erreichte 115.000 NOK und ein „Gothic altarpiece to a poem by Emil Boyson“ (1975) brachte 100.000 NOK. „Jan Van Huysum's Flowerpiece“ erzielte 75.000 NOK, was darauf hindeutet, dass auch ihre dekorativeren Kompositionen ernsthafte Sammler anziehen. Werke, die sich auf spezifische liturgische und theologische Themen beziehen – „Jordklode, kirke, kors“ (21.000 NOK), „Pave Pius IXs gave til verden“ (10.000 NOK) – verkaufen sich konstant, wenn auch zu moderateren Preisen. Die Datenbank listet ihr Geburtsjahr als 1929, aber Dokumentarquellen, darunter Nasjonalmuseet, DigitaltMuseum und Norsk kunstnerleksikon, geben durchweg 1937 als ihr Geburtsjahr an.