
KünstlerNorwegiangeb.1909–gest.1987
Anna-Eva Bergman
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Anna-Eva Bergman wurde am 29. Mai 1909 in Stockholm als Tochter eines schwedischen Vaters und einer norwegischen Mutter geboren. Nach der Scheidung ihrer Eltern wuchs sie in Norwegen auf und schrieb sich mit siebzehn Jahren an der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Kunstindustrie in Oslo ein, bevor sie an der Norwegischen Nationalen Akademie der Schönen Künste zugelassen wurde. 1928 reiste sie mit ihrer Mutter nach Wien, um an der Kunstgewerbeschule zu studieren, und kurz darauf lernte sie in Paris den deutschen Maler Hans Hartung kennen. Die beiden heirateten 1929 und lebten zwischen Paris, Deutschland und Menorca. Die Ehe endete 1939, und Bergman kehrte nach Norwegen zurück, wo sie erneut heiratete und die 1940er Jahre größtenteils außerhalb der Kunstwelt verbrachte.
Der entscheidende Wendepunkt kam um 1948, als Bergman auf Ermutigung des surrealistischen Malers Bjarne Rise zur Malerei zurückkehrte und sich von der Figuration abwandte. Anfang der 1950er Jahre entwickelte sie eine persönliche visuelle Sprache, die auf elementaren Formen – Berge, Steine, Sterne, Monde, Stelen, Schiffe – basierte, die sie aus der skandinavischen Natur und der nordischen Mythologie schöpfte. Sie achtete darauf, ihre Praxis nicht als „abstrakte Kunst“, sondern als „Kunst des Abstrahierens“ zu bezeichnen: Die Formen waren immer in etwas Konkretem verwurzelt, auf ihren einfachsten Ausdruck reduziert.
Ab Mitte der 1950er Jahre begann Bergman, Blattmetall in ihre Gemälde zu integrieren – Gold, Silber, Aluminium, Zinn, Kupfer, Blei, Bismut –, baute sie in transluzenten Schichten auf und kratzte sie dann ab, um die darunter liegenden Farben freizulegen. Das Ergebnis war eine Oberfläche, die gleichzeitig Licht zu halten und auszustrahlen schien, was den Leinwänden eine ungewöhnliche Ruhe und Schwere verlieh. Werke wie „N°1-1957 Mountain“ und „No 6-1957 Mountain“ aus dieser Zeit zeigen bereits das reife Vokabular: breite horizontale Zonen, ein einziges elementares Motiv und das Schimmern von Metallfolie, die das Licht aus verschiedenen Winkeln einfängt.
1973 bauten Bergman und Hartung – der 1952 wieder geheiratet hatte – eine Villa und Ateliers in Antibes, die nach ihrem Tod zur Fondation Hartung Bergman wurden. Die Stiftung, eine der weltweit größten Künstlerstiftungen, pflegt den Standort und ihr Archiv. Bergman erhielt in ihrem letzten Jahrzehnt breitere institutionelle Anerkennung mit Einzelausstellungen im Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris (1977) und in bedeutenden Häusern in Deutschland, Finnland und Österreich. Nach ihrem Tod 1987 wurde der Umfang ihres Werkes immer deutlicher: Das Museo Reina Sofia in Madrid zeigte 2021 eine große Retrospektive, und das Musée d'Art Moderne de Paris präsentierte 2022-2023 eine Übersicht von über 200 Werken, darunter rund hundert Werke, die die Hartung-Bergman-Stiftung dem Museum gespendet hatte. Ihre Werke befinden sich im Centre Pompidou, im Musée d'Art Moderne de Paris, im Nasjonalmuseet in Oslo, im Musée Picasso in Antibes und in Institutionen in Island, Israel, Italien und Deutschland.
Auf dem Auktionsmarkt erscheint Bergmans Werk hauptsächlich bei norwegischen und französischen Auktionshäusern. Alle 55 auf Auctionist verzeichneten Objekte stammen von Grev Wedels Plass Auksjoner in Oslo, wobei Gemälde neben Drucken und Arbeiten auf Papier dominieren. Zu den Spitzenergebnissen gehören „N°1-1957 Mountain“ für 880.000 NOK und „Un univers 1960“ für 660.000 NOK. International liegt ihr Auktionsrekord bei rund 353.769 USD für „N°8-1955 4 formes“, das 2023 bei Artcurial in Paris verkauft wurde – ein Ergebnis, das die erneute Aufmerksamkeit widerspiegelt, die die Pariser Retrospektive ihrem Markt verschaffte. Die Preise für Arbeiten auf Papier und Drucke bleiben deutlich zugänglicher, was sie zu einer der zugänglicheren europäischen Nachkriegsmalerinnen mit echtem institutionellem Ansehen macht.