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Anders Pehrsson
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Anders Pehrsson wurde 1912 in Göteborg geboren und zum Ingenieur ausgebildet. Ab 1952 arbeitete er in der Beleuchtungsindustrie bei Philips AB, wo er neben einem Gespür für Form auch ein Verständnis für die Großserienfertigung entwickelte. 1964 verließ er Philips, um Atelje Lyktan zu übernehmen, einen kleinen Leuchtenhersteller mit Sitz in Åhus an der südschwedischen Küste, und dieser Schritt sollte den Rest seiner Karriere prägen.
Bei Atelje Lyktan verfolgte Pehrsson eine Designrichtung, die geometrische Klarheit mit funktionalem Pragmatismus verband. Sein Ansatz war nicht rein ästhetisch: Er verstand die Produktionsökonomie und arbeitete konsequent an Entwürfen, die ohne Qualitätseinbußen in Serie gefertigt werden konnten. Das Ergebnis war ein Portfolio von Leuchten – darunter Simris (1964), Rampling (1966), Supertube (1967), Bumling (1968), Fungus (1969), Knubbling (1971) und Tube (1973) –, das Atelje Lyktan eine kohärente visuelle Identität und eine starke kommerzielle Grundlage verlieh.
Der Bumling, der 1968 auf der Göteborger Leuchtenmesse vorgestellt wurde, wurde zum prägenden Stück der Kollektion. Seine kugelförmige Gestalt, erhältlich in verschiedenen Materialien, Farben und Größen für Decken-, Wand-, Steh- und Tischmontage, machte ihn anpassungsfähig an nahezu jedes häusliche Interieur. Der Name bedeutet auf Schwedisch „Findling“. Innerhalb weniger Jahre wurde er europaweit vertrieben und ist bis heute in Produktion. Die Simris-Serie brachte Pehrsson einen ebenso bedeutenden Auftrag: 1972 lieferte Atelje Lyktan 16.300 Simris-Leuchten für das Olympische Dorf in München – der bis dahin größte Einzelauftrag in der Geschichte des Unternehmens.
1974 verkaufte Pehrsson Atelje Lyktan an die Fagerhult-Gruppe, blieb aber bis Ende der 1970er Jahre CEO und Creative Director. Er starb 1982. Die von ihm für Atelje Lyktan entworfenen Leuchten sind heute Standardreferenzen in Übersichten über schwedisches Industriedesign der Mitte des Jahrhunderts und der späten Moderne, und insbesondere der Bumling hat unter Sammlern skandinavischen Nachkriegsdesigns eine starke Anhängerschaft gewonnen.
In nordischen Auktionshäusern taucht Pehrssons Werk fast ausschließlich als Beleuchtungsobjekt und nicht als signierte Kunst auf. Der Bumling dominiert und erscheint bei Häusern wie Halmstads Auktionskammare, Crafoord Auktioner, Auktionshuset Kolonn und Norrlands Auktionsverk. Die verzeichneten Preise auf Auctionist reichen von 200 SEK für kleinere Lose bis zu 600 EUR für gut erhaltene Deckenmodelle, wobei Paare typischerweise die höchsten Ergebnisse erzielen – ein Paar Bumling-Pendelleuchten erreichte 2.200 SEK. Gelegentlich erscheinen auch die Modelle 'Ofir Octav' und 'Simris'. Die Nachfrage ist konstant und wird von Sammlern skandinavischen Designs und nicht vom Kunstmarkt getragen.