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KünstlerAustriangeb.1871–gest.1950

Alexander Pock

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Alexander Pock wurde am 6. Januar 1871 in Znojmo (damals Znaim), einer Stadt in der südmährischen Region des österreichisch-ungarischen Reiches, geboren. Als zweites von sieben Kindern eines wohlhabenden Schokoladenfabrikanten, der selbst gerne zeichnete, zeigte Pock früh künstlerisches Talent und erhielt die formelle Förderung seines Vaters. Seine erste Ausbildung absolvierte er an der Fachschule für Keramik in Znojmo unter den Professoren Freitag und Gobitsch, bevor er 1886 nach Wien zog, wo er bis 1893 an der Akademie der bildenden Künste bei Christian Griepenkerl und Carl Rudolf Huber studierte. 1892 leistete er als Freiwilliger beim k.u.k. Mährischen Infanterieregiment Nr. 99 seinen Dienst und erreichte bis 1899 schließlich den Rang eines Leutnants der Reserve – eine Zeit, die ihm direkte, aus erster Hand stammende Kenntnisse über Militäruniformen, Ausrüstung und das Auftreten von Soldaten vermittelte, die sein gesamtes Leben lang sein Malen beeinflussen sollten.

Von Anfang an zog es Pock zu militärischen Themen, und er etablierte sich neben Ludwig Koch als einer der führenden Militärmaler, die in der habsburgischen Tradition arbeiteten. Seine außergewöhnliche Begabung, Pferde mit anatomischer Genauigkeit und expressivem Naturalismus darzustellen, brachte ihn in die Aufmerksamkeit der Familie Dreher, prominenter Bierbrauer, die in Ungarn ausgedehnte Gestüte unterhielten, und er wurde ihr bevorzugter Pferdeporträtist. Sein bedeutendster Förderer war jedoch Erzherzog Franz Ferdinand, Thronfolger des österreichisch-ungarischen Reiches, dessen Tod in Sarajevo im Jahr 1914 einen Wendepunkt sowohl in Pocks Welt als auch in seiner Klientel darstellte.

Nach der Ermordung Franz Ferdinands und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Pock Anfang 1915 als Landsturmleutnant einberufen, aber bereits am 23. Februar 1915 schnell zum offiziellen Kriegsmaler umfunktioniert. Er dokumentierte den Konflikt an mehreren Fronten – Galizien, Siebenbürgen, die Isonzofront und Südtirol – und schuf Werke, die fest in der naturalistischen Tradition der Kriegsdokumentation und nicht im propagandistischen Heldentum verankert sind. Er porträtierte die Dinge, wie er sie vorfand: Soldaten in Ruhe, Offiziere im Feld, Pferde unter Zwang. Dieser sachliche, unheroische Ansatz machte seine Arbeit zu einem wichtigen visuellen Zeugnis der k.u.k. Armee im Einsatz.

Das Kriegsende verwüstete die aristokratische und höfische Klientel, die Pock jahrzehntelang ernährt hatte. Das Habsburgerreich löste sich auf, der Adel verarmte, und die aufwendige zeremonielle Welt, die er gemalt hatte, hörte auf zu existieren. Er passte sich an, indem er seine Fördererbasis auf das Bürgertum ausdehnte und weiterhin von Wien aus arbeitete. Er verbrachte ausgedehnte Zeit in der Spanischen Hofreitschule, wo er ein bedeutendes Werk schuf, das die Lipizzanerpferde im Training und bei Vorführungen darstellte. Er pflegte auch enge Beziehungen zu Znojmo und stellte dort bis weit in die Zwischenkriegszeit hinein regelmäßig zusammen mit mährischen Malern aus. Seine Werke gelangten in die Sammlungen des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums und des Wien Museums, wo sie ein wichtiges Dokument der habsburgischen visuellen Kultur bleiben.

Auf dem Auktionsmarkt erscheint Pocks Werk hauptsächlich über die beiden großen Wiener Häuser. Von den 12 auf Auctionist verzeichneten Werken wurden 10 über im Kinsky und 2 über Dorotheum Wien verkauft, was bestätigt, dass die Nachfrage auf Österreich konzentriert bleibt, wo seine historischen Themen die stärkste Resonanz finden. Die erzielten Preise reichen von rund 1.000 EUR für Pferde-Studien bis zu 4.000 EUR für Mehrfigurenkompositionen wie seine Darstellung von Erzherzog Eugen mit seinem Offiziersstab, wobei die breite Auktionsrekordmarke bei Dorotheum über 13.000 USD für große Paradeszenen erreichte. Alle 12 katalogisierten Werke sind Gemälde.

Bewegungen

NaturalismAcademic Realism

Medien

Oil on canvasWatercolor

Bemerkenswerte Werke

Parade by the Austro-Hungarian Infantry Regiment No. 4 in the Vienna Prater1896Oil on canvas
Erzherzog Eugen und sein OffiziersstabOil on canvas
PolospielOil on canvas

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