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Albin Amelin
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Geboren 1902 in Chicago als Sohn schwedischer Einwanderer, kehrte Albin Amelin als junger Mann nach Schweden zurück, um eine formale Kunstausbildung zu absolvieren, zunächst an der Tekniska Skolan in Stockholm und später in Paris in den frühen 1920er Jahren. Die transatlantische Erziehung verlieh ihm die Schärfe eines Außenseiters, wenn er die schwedische Gesellschaft betrachtete, und als er 1929 sein Debüt in der Svensk-Franska Konstgalleriet in Stockholm gab, hatte er eine visuelle Sprache entwickelt, die niemanden unwohl fühlen ließ.
Das Debüt sorgte für sofortige Sensation. Werke wie "Berusad brud" (Betrunkene Braut) und "Slagsmål på krogen" (Schlägerei im Gasthaus) wirkten auf Kritiker und Publikum brutal und unbarmherzig, gemalt mit dicker Impasto und groben Konturen, die Vergleiche mit Munch, Van Gogh und Kokoschka hervorriefen. Amelin hatte diese Einflüsse absorbiert, ohne sie abzuschwächen; wenn überhaupt, drängten seine Bilder weiter in die soziale Rohheit hinein.
1932 gründete Amelin zusammen mit Sven X-et Erixon und anderen gleichgesinnten Malern die Färg och Form, eine von Künstlern geführte Galerie in Stockholm, die gegründet wurde, um sozial engagierte Werke außerhalb des kommerziellen Galerienystems zu verkaufen. Die Gruppe wurde zu einer der prägenden Kräfte der schwedischen Malerei in der Zwischenkriegszeit und positionierte sich als klare Gegenbewegung zum damals in Teilen des Landes vorherrschenden dekorativen Lyrizismus.
Amelin trat 1929 der Kommunistischen Partei Schwedens bei, und seine Politik war untrennbar mit seiner Kunst verbunden. Arbeiter, Hafenarbeiter, Fischer und die städtische Armut bevölkern seine Leinwände. 1933 trug er zum grafischen Portfolio "Humanitet" bei, einer Sammlung von 17 Anti-Kriegs-Linolschnitten, die in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren vertrieben wurden und als eines der schärfsten Beispiele politisch engagierter Druckgrafik in der skandinavischen Kunstgeschichte gilt. Eine Begleitzeitschrift, Mänsklighet, folgte 1934.
Sein Thema beschränkte sich nicht auf Gesellschaftskritik. Amelin reiste auch in den Norden, und seine Gemälde von der norwegischen Küste, darunter Szenen aus Lofoten, zeigen einen Maler, der ebenso von der elementaren Kraft von Meer, Himmel und Licht fasziniert war. Blumenmotive und Landschaften erscheinen im Laufe seiner Karriere als Gegenpol zu den konfrontativeren städtischen Werken. Seine Gemälde und grafischen Werke befinden sich in der Sammlung des Moderna Museet in Stockholm, und sein Schaffen umfasst Ölgemälde, Monotypien und Druckgrafiken. Er starb im Februar 1975.