
DesignerItaliangeb.1945
Alberto Meda
6 aktive Artikel
Alberto Meda wuchs in Tremezzina am Comer See auf und absolvierte eine Ausbildung zum Maschinenbauingenieur am Politecnico di Milano, die er 1969 abschloss. Dieser Hintergrund in Materialwissenschaft und Produktionsprozessen verließ ihn nie: Wo viele Designer seiner Generation mit einer Kunstausbildung begannen und sich industriellen Methoden zuwandten, ging Meda den umgekehrten Weg und brachte ingenieurwissenschaftliche Präzision in ein Feld, das weitgehend von Intuition und Ästhetik geprägt war.
Von 1973 bis 1979 war er technischer Direktor bei Kartell, damals einem der zukunftsweisendsten Kunststoffhersteller Europas. Die Aufsicht über Möbel und Laborgeräte verschaffte ihm ein praktisches Wissen über das Verhalten von Materialien unter Produktionsbedingungen, eine Grundlage, auf die er sich stützte, als er sich 1979 als freiberuflicher Designer niederließ. Seine Kundenliste in den folgenden Jahrzehnten las sich wie ein Verzeichnis der italienischen und internationalen Industrie: Alfa Romeo, Alessi, Cinelli, Luceplan, Olivetti, Philips und Vitra, unter anderem.
Die Arbeit, die ihm erstmals internationale Anerkennung verschaffte, war der Stuhl Light Light für Alias im Jahr 1987. Gebaut aus einem Sandwich aus Kohlefaser und Nomex-Wabenstruktur – Materialien, die direkt aus der Luft- und Raumfahrt sowie dem Motorsport entlehnt wurden – wog er unter einem Kilogramm und blieb dennoch strukturell stabil genug für den täglichen Gebrauch. Das MoMA erwarb ihn für seine ständige Sammlung, und der nachfolgende Stuhl Soft Light von 1989 folgte. Diese beiden Stücke destillierten sein Designverständnis: Die Form ist keine Stilbekundung, sondern das Ergebnis der Frage, was ein Material leisten kann. Der Stuhl Longframe für Alias (1991) und die Lichtkooperationen mit Paolo Rizzatto für Luceplan, darunter die Lampen Titania und Berenice, übertrugen dieselbe Logik auf neue Typologien.
Vier Compasso d'Oro-Auszeichnungen – 1989, 1994, 2008 und 2011 – bestätigten seine Stellung in der italienischen Designkultur. Im Jahr 2005 ernannte ihn die Londoner Royal Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce zu einem Honorary Royal Designer for Industry. Er hat an der Domus Academy, dem Politecnico di Milano und der IUAV Venedig gelehrt, und seine Arbeiten sind in den ständigen Sammlungen des MoMA New York und des Museum of Modern Art in Toyama vertreten.
Auf dem Sekundärmarkt erregen seine Möbel die meiste Aufmerksamkeit. Bei Auctionist fallen alle 14 verzeichneten Lose unter Stühle und Sessel, wobei die Mehrheit über skandinavische Häuser abgewickelt wird – Olsens Auktioner ist für 13 dieser Lose verantwortlich. Der höchste verzeichnete Verkauf ist ein Stuhl Light Light aus dem Jahr 1987, der bei Quittenbaum Kunstauktionen 4.000 EUR erzielte, was dem Status des Stücks als sein am weitesten verbreitetes Sammlerstück entspricht.